Generative KI

Large Language Models, KI-Agenten und multimodale Daten bilden die Grundlage einer neuen Generation intelligenter Systeme. In diesem CAS erwerben Sie das methodische und technische Wissen um sichere und leistungsfähige KI-Applikationen zu realisieren.

Beginnen Sie Ihre Weiterbildung am 12. Oktober 2026.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS) Generative KI
  • Dauer Herbstsemester: KW43 bis KW15
  • Unterrichtstage Dienstag, 8.30–16.15 Uhr
  • Anmeldefrist 23. September
    9–24 Teilnehmer*innen
  • Anzahl ECTS 12 ECTS
  • Kosten CHF 7’850
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Biel, Aarbergstrasse 46 / Online
  • Departement Technik und Informatik
  • Nächste Durchführung Herbst 2026

Inhalt + Aufbau

Erwerben Sie fundierte Kompetenzen in den modernsten Technologien der künstlichen Intelligenz, entwickeln Sie innovative Lösungen und setzen Sie Projekte praxisorientiert um.

Portrait

Generative künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationssysteme und übernimmt Aufgaben, die bisher ausser Reichweite von IT-Systemen waren. Sie unterstützt uns bei Alltagsaufgaben ebenso wie beim kreativen und innovativen Arbeiten.

Daten und Informationen aus klassischen IT-/OT-Systemen in den Unternehmen werden immer stärker über Agenten mit KI-Anwendungen verknüpft. In allen Branchen und Berufen entstehen unterstützende und agierende Systeme, die sich wesentlich auf generative KI abstützen. Durch die hohe Interaktion zwischen klassischen Informatiksystemen und neuen KI-Prozessen werden auch die Aspekte von Sicherheit, Datenhoheit, Governance und Compliance immer zentraler.

Ausbildungsziele

Nach Abschluss dieses CAS sind Sie in der Lage

  • die Architektur und Funktionsweise moderner generativer KI-Systeme zu verstehen und deren Einsatzmöglichkeiten für konkrete Problemstellungen zu evaluieren.
  • eigene Anwendungen und intelligente Assistenten zu entwickeln.
  • moderne Frameworks und Werkzeuge für den Aufbau produktiver KI-Lösungen einzusetzen, von der Modellanbindung über Wissensintegration bis zur Evaluation und Optimierung von Systemen.
  • generative KI für Text-, Bild- und Wissensanwendungen einzusetzen.
  • Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz, Governance, Regulierung und technologischer Souveränität in KI-Lösungen einzubeziehen und umzusetzen.
  • Einführung in Machine Learning & Deep Learning
  • Engineering und Technologien
  • Orchestrierungsframeworks für Chatbots und Agenten
  • Large Language Models verstehen und nutzen: Architektur, Methoden und Praxis
  • Bildanalyse und Generative KI für Bilder
  • AI Security
  • Governance, Ethik
  • Projektarbeit

Einführung in Maschinelles Lernen & Generative KI

  • Wie funktioniert maschinelles Lernen?
  • Algorithmen für überwachtes, semi-überwachtes und unüberwachtes Lernen (Beispiele Naive Bayes, Neuronale Netze)
  • Trainieren und Evaluieren von Machine Learning-Modellen
  • Generative KI am Beispiel von Sprachmodellen (LLM)
  • Aufbau eines LLM (Transformer und Decoder/Encoder)
  • LLM-Trainingsphasen
  • Prompting
  • Benchmarking

Machine-Learning-Engineering und Technologien

  • Infrastruktur BFH nutzen
  • Technology Stack, Tools,
  • Google Colab, OLLAMA
  • Einblick in andere Entwicklungs-Frameworks
  • PyTorch, TensorFlow, Transformers
  • Python Environment aufbauen/aufsetzen
  • High-Performance-Computing:
    • On-Premise
    • Cloud
    • Experimentell (bspw. Colab)
  • Huggingface als ModelHub
  • Evaluierung, Deployment (TensorBoard, TFX, Weights & Biases, MLFlow)

Orchestrierungsframeworks für Chatbots und Agenten

Methoden

  • Orchestrierungsframeworks am Beispiel von LangChain und LlamaIndex
  • Einsatz lokal gehosteter Open-Source-Modelle sowie cloudbasierter Modelle
  • Wichtigste Prompt-Patterns
  • Grundlagen der Systemqualitätsevaluierung
  • Retrieval Augmented Generation (RAG)
  • Agenten und Model Context Protocol (MCP)

Anwendungen

  • Chatbots zur automatisierten Kommunikation mit Nutzerinnen und Nutzern
  • Intelligente Such- und Frage-Antwort-Systeme
  • Erweiterung des inhaltlichen Scopes grosser Sprachmodelle durch proprietäre Inhalte
  • Komplexes agentisches Verhalten

Large Language Models verstehen und nutzen: Architektur, Methoden und Praxis

Methoden

  • Foundation LLMs: Vortrainierte Sprachmodelle, die ein breites Spektrum an textbasierten Aufgaben lösen können. Sie können sowohl manuell durch menschliche Interaktion als auch programmatisch angesprochen werden (Beispiele: GPT, LLaMA).
  • Prompt Engineering: Die Kunst, gezielte Eingaben für Sprachmodelle zu entwickeln, um möglichst präzise und relevante Ausgaben zu erzielen (Techniken: Zero-shot, One-shot, Few-shot Learning, In-Context Learning).
  • Transformer-Architektur als Basis moderner LLMs.Das Verständnis ihrer Funktionsweise ermöglicht es, gezielt aufgabenspezifische Modelle zu bewerten und anzupassen (Encoder-Decoder, Encoder-only, Decoder-only; Konzepte: Embeddings).
  • Topic Modelling: Verfahren zur Gruppierung ähnlicher Dokumente oder Klassifikation und Clustering von Texten.
  • Semantische Suche und RAG (Retrieval-Augmented Generation): Ergänzt ein LLM um externes Wissen, beispielsweise um unternehmensspezifische zu Fragen zu beantworten, ohne dass das Modell explizit dafür trainiert wurde (Werkzeuge: LangChain).
  • Feinabstimmung (Finetuning): Weiterführendes Training eines Foundation-Modells auf spezifische Daten oder Aufgaben, um dessen Leistung zu optimieren (Methoden: Effizientes Lernen, Supervised Learning, Instruction Tuning, Reinforcement Learning mit menschlichem Feedback).
  • Herausforderungen und Grenzen von LLM: Qualität der Trainingsdaten, Bias, Halluzinationen, Schutz der Privatsphäre.

Anwendungen

  • Programmatische Anbindung von Sprachmodellen und deren taskbezogene Konfiguration
  • Optimierung von Aufgabenstellungen für LLMs
  • Textklassifikation
  • Anwendungen von RAG für spezifische Wissensabfragen
  • Feinabstimmung von Sprachmodellen für spezifische Aufgaben

Bildanalyse und Generative KI für Bilder

Teil Bildverarbeitung und Bildanalyse (1 Tag)

Mustererkennung in der Bildverarbeitung bildet das Fundament für moderne KI-Architekturen im Umfeld von Bild, Video, Audio. Die klassische Bildverarbeitung nutzt

  • Punkt-Operatoren (Kontrast)
  • lokale Filter (Convolutions) zur Extraktion von Merkmalen wie Kanten oder Strukturen
  • Convolutional Neural Nets (CNNs) für das autonome Lernen dieser Merkmale
     

Teil Generative KI für Bilder (2 Tage)

Aktuelle generative Netze nutzen den umgekehrten Weg der Bildanalyse:

  • Sie stellen Daten aus einem Merkmalsraum wieder her, indem sie Encoder-Decoder-Modelle und Autoencoder-Bilder in einen latenten Raum überführen und wieder hochskalieren
  • Generative Adversarial Networks (GANs) erzeugen durch den Wettkampf zwischen einem Generator und Diskriminator realistische Texturen.
  • Diffusionsmodelle entfernen iterativ Rauschen (Denoising) und verwenden einen Textencoder, der Worte (Word-Embeddings) mit visuellen Konzepten verknüpft. Inpainting und Style Transfer bis hin zu hochmodernen Video-Modellen, wie ehemals OpenAI SORA mit zeitlicher Aufmerksamkeit, sind nur einige Anwendungen.
  • Diffusions-basierte Audio-KIs (Lyria) generieren hochfrequente Wellenformen oder Spektrogramme aus Textprompts.
  • Weltmodelle: Systeme (z. B. in der Robotik) lernen eine interne Simulation der Realität. Sie nutzen Vision (V), Memory (M) und Controller (C), um zukünftige Zustände zu «träumen» und Handlungen ohne reales Risiko zu planen.

AI Security

Bedrohungsszenarien

  • Generative KI-Systeme bringen neuartige Angriffsflächen mit sich. Zentrale Vektoren sind Prompt Injection (direkt via Nutzereingabe oder indirekt über verarbeitete Daten) sowie das Confused-Deputy-Problem, bei dem ein KI-Agent mit weitreichenden Berechtigungen durch manipulierte Eingaben unerwünschte Aktionen ausführt.
     

Sichere KI-Architektur

  • Aufbau einer gesicherten, unternehmensinternen KI-Architekturschicht mit KI Gateways, Identity- und Secret-Management (Least Privilege), Guardrails sowie Defense-in-Depth als Grundprinzip.
     

MCP-Security und Vector-DB-Hardening

  • MCP-Server sind privilegierte Komponenten und benötigen Authentifizierung, Autorisierung und Sandboxing. Vector Databases sind anfällig für Data Poisoning. Zugriffskontrollen und Dokumenten-Integritätsprüfungen sind zentrale Gegenmassnahmen.
     

Monitoring, Logging und Incident Response

  • Protokollierung von Prompts und Modellantworten, Anomalieerkennung sowie definierte Incident-Response-Prozesse (Isolation, Forensik, Eskalation) für KI-spezifische Vorfälle.
     

KI als Security-Werkzeug

  • Einsatz generativer Modelle für automatisierte Code-Reviews, Penetrationstest-Szenarien und Log-Analyse inklusive Auseinandersetzung mit den Grenzen und Risiken dieses Ansatzes.

Ethics, Regulations & Sovereignity

EU AI Act

  • Weltweit erstes verbindliches Regulierungswerk für KI, relevant auch für Schweizer Unternehmen mit EU-Marktbezug
  • Klassifizierung von KI-Systemen nach Risikoklassen (minimal, begrenzt, hoch, inakzeptabel) mit entsprechenden Pflichten für Entwicklung, Dokumentation und Betrieb
     

Managementrahmen und Normen

  • NIST AI RMF: praxisorientierter Rahmen für das Risikomanagement von KI-Systemen (Govern, Map, Measure, Manage)
  • ISO/IEC 42001: internationale Norm für KI-Managementsysteme, vergleichbar mit ISO 27001 für Informationssicherheit
     

Ethik und Mensch-KI-Interaktion

  • Automation Bias: Tendenz, KI-Empfehlungen unkritisch zu übernehmen – mit potenziell schwerwiegenden Folgen in risikoreichen Anwendungsfeldern
  • Trust Calibration: Vertrauen von Nutzenden an die tatsächliche Zuverlässigkeit des Systems anpassen
     

Deepfakes und synthetische Medien

  • Generative KI ermöglicht täuschend echte Bild-, Audio- und Videofälschungen mit wachsendem Missbrauchspotenzial
  • Erkennungsmethoden (Detection) und organisatorische Massnahmen als Teil des verantwortungsvollen KI-Einsatzes
     

Datensouveränität und Auftragsverarbeitung

  • Provider-Rechte: Nutzungsbedingungen regeln, ob Prompts für Modelltraining verwendet werden dürfen
  • Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) als datenschutzrechtliche Anforderung, inkl. Modellherkunft und Datenstandorte
     

Technologische Souveränität

  • Strategische Abhängigkeit von US-amerikanischen Grossanbietern: Risiken bei Verfügbarkeit, Preisgestaltung und Datenschutz
  • Alternativen: Open-Weight-Modelle (z. B. Llama, Mistral), europäische Cloud-Anbieter, Eigenbetrieb auf unternehmenseigener Infrastruktur
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Kompetenzstufen

  1. Kenntnisse | Wissen
  2. Verstehen
  3. Anwenden
  4. Analyse
  5. Synthese
  6. Beurteilung
  • Kontaktunterricht
  • Selbststudium
  • Projektarbeit

Prof. Dr. Jürgen Vogel
Leiter Studiengang Data Engineering, Dozent BFH

Prof. Marcus Hudritsch
Dozent BFH

Ilja Rasin
Lead AI Architect
Lehrbeauftragter BFH

Peter von Niederhäusern
Dozent BFH

Ursula Deriu
Autorin und Trainerin für AI Engineering und Data Engineering, Tirsus online
Lehrbeauftragte BFH

Marius Bleif
Consultant, Eraneos
Lehrbeauftragter BFH

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Generative KI»

Voraussetzungen + Zulassung

Für das CAS Generative KI bringen Sie einen Hochschulabschluss und Berufspraxis oder eine adäquate Befähigung mit. Weitere Voraussetzungen sind Grundkenntnisse im Bereich des maschinellen Lernens sowie in Python oder einer anderen Programmiersprache.

Voraussetzungen

  • Kenntnisse in einer Programmiersprache (Python) werden vorausgesetzt.
  • Die Teilnehmenden sind bereit, einfache Programmieraufgaben selbstständig umzusetzen und bestehende Codebeispiele anzupassen.
  • Erste Erfahrungen mit Datenanalyse, Machine Learning oder künstlicher Intelligenz sind hilfreich, aber nicht zwingend.
  • Interesse an der Entwicklung und Integration von KI-Anwendungen im Unternehmens- oder Projektumfeld.

Für die Durchführung von Übungen und Projektarbeiten wird mit offenen Tools wie Google Colab, Jupyter Notebooks o.ä. und Open AI (kostenfreie Version) gearbeitet. Für die Semesterarbeit fallen ev. Kosten für Pro-Versionen an, je nach eingesetzten Produkten. Es kann je nach Thema auch auf die leistungsstarke Infrastruktur der BFH zurückgegriffen werden, z.B. für das Training von Modellen.

Zielpublikum

Dieses CAS richtet sich an

  • Applikationsentwickler*innen, wissenschaftliche Mitarbeitende und alle, die in der Umsetzung von Lösungen mit generativer KI auf dem neusten Stand sein wollen.
  • Mitarbeitende in Data-Science-Teams, die ihre Fähigkeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz ausbauen und vertiefen wollen.

Studiengänge richten sich an Personen mit einem Hochschulabschluss und Berufspraxis. Personen ohne Hochschulabschluss können zu Studiengängen zugelassen werden, wenn sich ihre Befähigung aus einem anderen Nachweis ergibt.

Infoveranstaltungen + Beratung

Sie haben Fragen zur Weiterbildung? An unseren Infoveranstaltungen beantworten der Studiengangsleiter, CAS-Leitende und Dozierende Ihre Fragen.

Studienort

Das CAS Generative KI wird teilweise vor Ort, teilweise Remote unterrichtet. Der Studienort für den Vor-Ort-Unterricht ist an der Aarbergstrasse 46 im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB).

Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB)

Vielseitige Standortvorteile
 

  • Unterrichtsräume in zwei Minuten Gehdistanz vom Bahnhof Biel/Bienne
  • Ideale Zugsverbindungen im 15-Minuten-Takt ab Hauptbahnhof Bern und im 30-Minuten-Takt ab Bern Wankdorf (neue Linie Thun-Biel)
  • Modernste Infrastruktur im SIPBB-Neubau
  • Vielseitige Verpflegungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
  • Innovative Events und Networkinganlässe

Und noch dies…
 

  • Innovations-Hotspot Biel/Bienne
  • Hochschulstadt Biel/Bienne
  • Industrie- und Dienstleistungsstadt mit zahlreichen Leadern in den Bereichen der Uhren-, Maschinen-, Präzisions- und Medizinaltechnikindustrie sowie Vertretern der Kommunikations- und Telekommunikationsbranche
  • Unmittelbare Nähe zum Bielersee mit vielseitigem Sport- und Freizeitangebot
  • Gelebte Zweisprachigkeit
  • Kulturleben in allen Facetten

Biel Aarbergstrasse 46 (Switzerland Innovation Park Biel/Bienne)

Biel, Aarbergstrasse 46

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel