Kreislaufwirtschaft, die funktioniert: Drei Projekte setzen sich bei der Bern Upcycling Challenge durch.

30.04.2026 Die Bern Upcycling Challenge 2026 zeigt, wohin sich die Wirtschaft bewegt: Weg von linearen Modellen – hin zu Lösungen, die Ressourcen im Kreislauf halten und daraus neue Wertschöpfung schaffen. Drei Projekte aus der Region Bern wurden dafür ausgezeichnet.

Kreislaufwirtschaft ist kein Nachhaltigkeitsprojekt mehr. Sie wird zum Wettbewerbsfaktor. Die Gewinner:innen der Bern Upcycling Challenge 2026 liefern den Beweis. «Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass Kreislaufwirtschaft kein Zukunftskonzept mehr ist, sondern bereits heute wirtschaftlich tragfähig umgesetzt wird», erläutert Saskia Günther, Jurypräsidentin der Bern Upcycling Challenge. «Entscheidend ist: Diese Lösungen funktionieren nicht nur ökologisch, sondern auch am Markt».

Erster Platz: Tide Ocean

#tide® macht aus einem globalen Umweltproblem einen industriellen Rohstoff: Kunststoffabfälle aus Küstenregionen werden gesammelt, aufbereitet und zu hochwertigem Granulat verarbeitet – als Alternative zu neu produziertem Plastik. Was als Cleanup beginnt, endet in marktfähigen Produkten: Über 80 Unternehmen setzen das Material bereits ein – von der Uhrenindustrie bis zum Werkzeugbau. Doch #tide® schliesst den Kunststoffkreislauf nicht nur technisch, sondern auch sozial: durch faire Arbeitsbedingungen vor Ort und eine Wertschöpfung, die über Regionen hinweg Wirkung entfaltet.

Zweiter Platz: CAZ Cascara

CAZ Cascara holt ein bislang unterschätztes Nebenprodukt ins Rampenlicht: die Kaffeekirsche. Daraus entstehen neue, hochwertige Lebensmittelprodukte mit klarer Positionierung im wachsenden Markt koffeinhaltiger Erfrischungsgetränke. Das Projekt zeigt, wie globale Wertschöpfungsketten neu gedacht werden können – vom Abfallprodukt zur eigenständigen Kategorie.

Dritter Platz: Burgdorf ReWorks

Burgdorf ReWorks stellt eine einfache Frage: Warum entsorgen wir Materialien, die längst noch einen Wert haben? Die Antwort liefert das Projekt gleich selbst – mit einem System, das textile Restströme in der Region hält und daraus neue Produkte schafft. Was hier entsteht, ist mehr als Upcycling: Es ist ein Gegenmodell zur Wegwerf-Logik der Textilindustrie – lokal umgesetzt, wirtschaftlich gedacht und sofort wirksam.

Die ausgezeichneten Projekte zeigen: Kreislaufwirtschaft passiert nicht in Strategien – sondern im Markt. Und genau dort entscheidet sich, wer künftig relevant bleibt. Denn: Wer heute noch linear denkt, verliert morgen den Anschluss.

Über die Bern Upcycling Challenge

Die BFH Wirtschaft und der Förderfonds der BEKB haben 2023 die Initiative «Bern Upcycling Challenge» gestartet und damit einen Preis lanciert, um die Kreislaufwirtschaft in der Region Bern zu fördern. Prämiert werden Upcycling Projekte, die nicht nur einen Mehrwert für das Unternehmen sondern auch für die Region Bern leisten. Die Bern Upcycling Challenge ist mit insgesamt 30'000 Franken dotiert.

Weitere Auskünfte

Saskia Günther 

Group Head Sustainability Swisscom 
Jurypräsidentin Bern Upcycling Challenge 
M 079 794 82 36 (mittags oder abends)
E-Mail