Partizipation professionell begleiten

Werden Sie Participation Facilitator: Partizipation in Organisationen analysieren, begleiten und verbessern – mit Fokus auf Gelingensbedingungen, Risiken und Evaluation.

  • Sie stärken Ihre Rolle als Participation Facilitator und lernen, Partizipation in Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen professionell zu analysieren, zu begleiten und weiterzuentwickeln.  

  • Sie erkennen Gelingensbedingungen, Potenziale, Stolpersteine und Risiken partizipativer Vorhaben (z. B. Macht, Wissen, Diversität, Ressourcen, Zielkonflikte) und leiten praxistaugliche Verbesserungen ab.  

  • Sie arbeiten an einem konkreten Beispiel aus dem Kontext einer Teilnehmerin/eines Teilnehmers – in multiperspektivischen Gruppen (Fachpersonen, Betroffene, Angehörige) – und wenden Konzepte und Instrumente direkt an.  

  • Sie dokumentieren Vorgehen und Erkenntnisse laufend in nicht öffentlichen Blog-Beiträgen und bereiten daraus Good-/Complex-/Contested-Practice-Beschreibungen auf. Zum Abschluss präsentieren und diskutieren Sie Ihre Ergebnisse an einem Symposium. 

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Short Advanced Studies (SAS)
  • Dauer 6 Studientage
  • Unterrichtstage Dienstag, Mittwoch
  • Anmeldefrist 3. Januar 2027
  • Anzahl ECTS 4 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2'750
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Oktober bis Dezember 2027

Inhalt + Aufbau

Porträt

Im SAS «Partizipation professionell begleiten» stärken Sie Ihre Rolle als Participation Facilitator. Sie analysieren Projekte, Prozesse und Strukturen auf ihren Partizipationsgehalt, arbeiten Gelingensbedingungen und Risiken heraus und entwickeln Verbesserungen – auch im Spannungsfeld von Projekt- und Struktur-Logiken. Ausgangspunkt sind Beispiele der Teilnehmenden, die Sie in gemischten Gruppen bearbeiten. Erkenntnisse werden in nicht öffentlichen Blog-Beiträgen dokumentiert und als Good-/Complex-/Contested-Practice publizierbar aufbereitet. Den Abschluss bildet ein Symposium. 

Ausbildungsziel

Die Teilnehmenden sind befähigt, partizipative Prozesse, Projekte und Strukturen in Organisationen professionell zu analysieren, zu begleiten und weiterzuentwickeln. Sie übernehmen eine beratende, moderierende und reflexive Rolle und tragen zur nachhaltigen Verankerung von Partizipation bei. 

Teilnehmende können 

  • partizipative Prozesse, Projekte und Strukturen professionell analysieren. 
  • Teams und Organisationen bei Partizipation begleiten, beraten und stärken. 
  • Gelingensbedingungen und Risiken frühzeitig erkennen und adressieren. 
  • die Qualität und Wirkung von Partizipation systematisch beurteilen. 
  • zur nachhaltigen Verankerung von Partizipation in Organisationen beitragen. 

Teilnehmende können zudem 

  • Partizipation als sorgende Praxis und als soziale Innovation einordnen. 
  • Spannungen zwischen Projekt‑, Struktur‑ und Systemlogiken reflektieren. 
  • Machtasymmetrien, Zielkonflikte und Instrumentalisierungsrisiken analysieren. 
  • partizipative Prozesse reflexiv, kontextsensibel und lernorientiert begleiten. 
  • Instrumente zur individuellen und kollektiven Reflexion einsetzen. 
  • partizipative Evaluationen planen und umsetzen. 
  • gemeinsam mit Beteiligten realistische Verbesserungsmassnahmen entwickeln. 
  • Teams in herausfordernden Situationen konstruktiv unterstützen. 
  • Feedbackprozesse professionell gestalten. 
  • Erkenntnisse aus Begleit‑ und Evaluationsprozessen adressat*innengerecht kommunizieren. 

Sie erwerben folgende Kompetenzen: 

Wissen und Verstehen 

  • Sie verfügen über vertieftes Wissen zu Gelingensbedingungen, Risiken und Herausforderungen von Partizipation in komplexen organisationalen Kontexten. 
  • Sie verstehen Partizipation als sorgende Praxis und als Form sozialer Innovation. 
  • Sie kennen Zusammenhänge zwischen Projekten, organisationalen Strukturen und systemischen Rahmenbedingungen. 
  • Sie verstehen Wirkungsdimensionen und Erfolgskriterien partizipativer Prozesse. 

Anwendung von Wissen und Verstehen 

  • Sie analysieren Projekte, Prozesse und Strukturen im Hinblick auf ihren Partizipationsgehalt. 
  • Sie begleiten Teams, Gruppen oder Organisationen bei der Gestaltung und Weiterentwicklung partizipativer Prozesse. 
  • Sie wenden Instrumente zur Reflexion, Prozessbegleitung und partizipativen Evaluation praxisnah an. 
  • Sie entwickeln gemeinsam mit Beteiligten Massnahmen zur Verbesserung partizipativer Praxis und prüfen deren Praxistauglichkeit. 

Urteilen 

  • Sie beurteilen die Qualität und Wirkung von Partizipation differenziert und kontextsensibel. 
  • Sie erkennen Stolpersteine wie Machtasymmetrien, Instrumentalisierung oder Überlastung und leiten geeignete Gegenstrategien ab. 
  • Sie reflektieren Spannungen zwischen Beteiligungsanspruch, organisationalen Logiken und verfügbaren Ressourcen. 
  • Sie treffen begründete Einschätzungen zu Entwicklungs‑ und Verbesserungsmöglichkeiten partizipativer Strukturen. 

Kommunikative Fertigkeiten 

  • Sie gestalten Reflexions‑, Beratungs‑ und Feedbackprozesse professionell und dialogorientiert. 

  • Sie moderieren anspruchsvolle Gespräche und Gruppenprozesse mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen. 
  • Sie fördern eine wertschätzende, transparente und lernorientierte Kommunikationskultur. 
  • Sie bereiten Erkenntnisse aus Begleit‑ und Evaluationsprozessen nachvollziehbar auf und vermitteln diese adressat*innengerecht.

Das SAS befähigt die Teilnehmenden, Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen in Organisationen professionell zu begleiten, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Sie stärken Ihre Rolle als Change Facilitator / Participation Facilitator und lernen, Beteiligungsprozesse so zu gestalten, dass Chancen genutzt und Risiken minimiert werden. 

Das SAS befähigt Sie als Participation Facilitator dazu,  

  • Projekte, Prozesse und Strukturen im Hinblick auf ihren Partizipationsgehalt zu analysieren und kontextsensibel einzuordnen.  

  • Gelingensbedingungen, Potenziale, Stolpersteine und Risiken von Partizipation zu erkennen (z. B. Macht, Wissen, Diversität, Belastungen, Ressourcen, Zielkonflikte) und begründete Umgangsweisen abzuleiten.  

  • Partizipation als sorgende Praxis und als soziale Innovation zu verstehen und daraus Verbesserungsimpulse für Organisationen abzuleiten.  

  • Teams, Gruppen und Organisationen in partizipativen Vorhaben zu begleiten und zu beraten – mit Instrumenten für individuelle und kollektive Reflexion.  

  • Wirkungsmodelle, Erfolgskriterien und Wirkungsdimensionen partizipativer Prozesse zu entwickeln und für die Praxis nutzbar zu machen.  

  • Partizipative Evaluationen zu planen und die Wirkung auf Umfeld und Strukturen nachvollziehbar zu erfassen. 

  • Erkenntnisse aus Begleit- und Evaluationsprozessen adressat:innengerecht zu dokumentieren und zu kommunizieren (z. B. als Good-/Complex-/Contested-Practice). 

Das SAS ist praxisnah, reflexiv und partizipativ aufgebaut. Es verbindet theoretische Inputs mit fallbasiertem Lernen an eigenen Beispielen der Teilnehmenden und kontinuierlicher Dokumentation. 

  • Der Unterricht kombiniert theoretische Inputs mit Praxisbeispielen, die die Teilnehmenden einbringen und gemeinsam bearbeiten.  
  • Ausgangspunkt sind die eigenen Erfahrungen der Teilnehmenden mit Beteiligungsprojekten und -prozessen; diese werden mit Konzepten, Evidenz und Instrumenten angereichert.  
  • Am Ende des zweiten Studientags werden multiperspektivische Gruppen gebildet (Fachpersonen, Betroffene, Angehörige).  
  • Die Gruppen arbeiten fortan an einem konkreten Beispiel eines*r Teilnehmer*in und wenden die vermittelten Konzepte und Instrumente direkt an.  
  • Zentrales Arbeitsformat ist die laufende Dokumentation in Blog-Beiträgen (nicht öffentlich): Erkenntnisse, offene Fragen, Wirkungsüberlegungen und Lernschritte werden fortlaufend festgehalten.  
  • Die Gruppen nutzen Instrumente für individuelle und kollektive Reflexion, arbeiten Stolpersteine/Gelingensbedingungen heraus und entwickeln Verbesserungsansätze.  
  • Das SAS arbeitet mit iterativem Lernen: Inputs → Anwendung am Fall → Reflexion → Weiterentwicklung (inkl. Feedback in der Gruppe).  
  • Abschluss bildet ein Symposium (z.B. mit dem Swiss PPIE Network) zur Präsentation und Diskussion der Projekte.  
  • Die Abschlussarbeit besteht aus der Überarbeitung der Blog-Beiträge zu publizierbaren Good-/Complex-/Contested-Practice Beschreibungen. 

Der Kompetenznachweis ist praxis- und fallbasiert und besteht aus Gruppenarbeit mit begleitender Dokumentation sowie einer abschliessenden Überarbeitung der erarbeiteten Inhalte.  

  • Laufende Gruppenarbeit am Praxisbeispiel: In multiperspektivischen Gruppen (Fachpersonen, Betroffene, Angehörige) bearbeiten Sie ein konkretes Beispiel aus dem Kontext eines*r Teilnehmer*in und wenden die vermittelten Konzepte und Instrumente an.  
  • Dokumentation in Blog-Beiträgen (nicht öffentlich): Die Gruppen halten Vorgehen und Erkenntnisse fortlaufend in Blog-Beiträgen fest (z. B. Erfahrung, drängende Herausforderung, Wissensstand/Evidenz, Wirkungsmodell mit Indikatoren/Methoden, Feedback).  
  • Abschlussarbeit (schriftlich): Die Blog-Beiträge werden überarbeitet und in eine publizierbare Form gebracht – als Beschreibung von Good-/Complex-/Contested-Practice-Beispielen.  
  • Präsentation (mündlich): Zum Abschluss werden die Arbeiten im Rahmen eines halböffentlichen Symposiums präsentiert und diskutiert. 

Titel + Abschluss

Short Advanced Studies (SAS) in «Partizipation professionell begleiten»

Dozierende

  • Chantal Britt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Vanessa Grand, Mitarbeiterin Partizipation, Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Heidi Kaspar, promovierte Sozial- und Gesundheitsgeografin, Teamleiterin Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Karin van Holten, promovierte Sozialanthropologin, Teamleiterin Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Denisa Kykalova, Leiterin Partizipation & Projektleiterin, Schweizerische Patientenorganisation SPO 

  • Sabine Berger, Head Quality Management & Training, Senior Clinical Research Coordination, Lindenhofgruppe 

Voraussetzungen + Zulassung

Das SAS richtet sich an Personen, die partizipative Vorhaben professionell begleiten, moderieren und qualitätsvoll absichern möchten – z. B. in Projekten, Gremien, Netzwerken oder organisationsübergreifenden Kooperationen.  

Angesprochen sind insbesondere: 

  • Fachpersonen, Projektleitende und Koordinator*innen, die Beteiligungsprozesse gestalten und steuern 
  • Personen in Rollen mit viel Schnittstellenarbeit (z. B. Qualität, Patient*innenorientierung, Community/Stakeholder Management, Versorgungsentwicklung) 
  • Patient*innenvertreter*innen, Patient Experts sowie Angehörige, die Beteiligungsprozesse mitgestalten oder mittragen und ihre Perspektive strukturiert einbringen möchten 

Das SAS eignet sich besonders für alle, die häufig zwischen unterschiedlichen Perspektiven vermitteln und dafür Methoden brauchen, um Dialog, Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit partizipativ zu unterstützen. 

Persönliche Voraussetzungen: 

  • Freude an Moderation, Begleitung und Prozessgestaltung 
  • Bereitschaft, mit unterschiedlichen Wissensformen und Interessen konstruktiv umzugehen 
  • Offenheit für Feedback, Reflexion und kooperatives Arbeiten in Gruppen 

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Schulische Voraussetzungen

Sie erfüllen die schulischen Voraussetzungen gemäss den allgemeinen Zulassungsbedingungen (siehe PDF). Wenn Sie diese nicht erfüllen, ist eine Zulassung sur dossier möglich. 

Berufliche Voraussetzungen

Erwünscht sind Erfahrungen im Gesundheits- oder Sozialwesen – beruflich oder durch gelebte Praxis (z. B. als Patient*innenexpert*in oder Angehörige*r). Auch ohne formale berufliche Voraussetzung kann eine Zulassung sur dossier geprüft werden. 

Kenntnisse + Fähigkeiten

Wichtig sind die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit, zur Zusammenarbeit in multiperspektivischen Gruppen sowie Offenheit für Reflexion und Feedback. Teilnehmende bringen idealerweise eigene Fragestellungen bzw. Beispiele aus Praxis oder Erfahrung ein. 

Sprachkenntnisse

Die Unterrichtssprache ist Deutsch; erforderlich sind gute Deutschkenntnisse, um aktiv mitzudiskutieren, in Gruppen zu arbeiten und schriftliche Arbeiten zu verfassen. 

Bewerbende mit einem ausländischen Abschluss

Für Bewerbende mit ausländischem Abschluss gelten die Regelungen der allgemeinen Zulassungsbedingungen (siehe PDF). Bitte reichen Sie die erforderlichen Nachweise gemäss Vorgaben im Anmeldeprozess ein. 

Ausnahmen

Eine Zulassung sur dossier ist möglich – insbesondere für Patient*innenexpert*innen oder Angehörige ohne formalen Hochschulabschluss. Massgebend ist die Prüfung gemäss den allgemeinen Zulassungsbedingungen. 

Organisation + Anmeldung

7 Studientage
Für 4 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 120 Stunden (inkl. der Studientage). Der letzte Tag ist ein halb-öffentliches Symposium. 
Unterrichtszeiten: in der Regel von 8.30 bis 16.30 Uhr

Oktober bis Dezember 2027

  • Dienstag, 19. Oktober 2027 
  • Mittwoch, 20. Oktober 2027 
  • Dienstag, 9. November 2027 
  • Mittwoch, 10. November 2027 
  • Mittwoch, 1. Dezember 2027 
  • Mittwoch, 8. Dezember 2027 

Anmeldefrist

3. Januar 2027

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

Alle Weiterbildungsangebote am Departement Gesundheit

Haben Sie noch mehr Wissenshunger? Stillen Sie ihn mit einer praxisorientierten Weiterbildung an der Berner Fachhochschule Gesundheit.