Expert*in Partizipation in der Gesundheitsversorgung

Der Einbezug von Patient*innen und Angehörigen ist ein zentrales Qualitätsmerkmal zeitgemässer Gesundheitsversorgung. In diesem CAS erwerben Sie fundiertes, praxisnahes Wissen und Kompetenzen, um das Potenzial von Partizipation gezielt zu erkennen und kontextspezifisch wirksam umzusetzen.

  • Sie lernen, den Einbezug von Patient*innen, Angehörigen und der Öffentlichkeit ziel- und ressourcenorientiert zu planen, wirksam und kontextspezifisch umzusetzen und kritisch-würdigend zu reflektieren.
  • Sie erwerben Kompetenzen zur effizienten Dokumentation und Evaluation der Wirksamkeit von Partizipation.
  • Dabei arbeiten Sie direkt mit Fachpersonen, Menschen mit Krankheitserfahrungen und Angehörigen zusammen und wenden Konzepte und Methoden auf konkrete Gesundheitskontexte an.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS)
  • Dauer 18 bis 19 Studientage, abhängig von gewählten SAS
  • Unterrichtstage Diverse Durchführungstage
  • Anmeldefrist noch offen
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten noch offen
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Januar 2027

Inhalt + Aufbau

Porträt

Das CAS «Expert*in Partizipation in der Gesundheitsversorgung» qualifiziert Sie, Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen fundiert zu gestalten und professionell zu begleiten. Zwei Pflicht-SAS vermitteln Konzepte, Methoden und Instrumente für Planung, Umsetzung, Reflexion und Evaluation; ein Wahlpflichtmodul schärft Ihr Profil. Sie lernen praxisnah in multiperspektivischen Settings mit Fachpersonen, Betroffenen, Angehörigen und Expert*innen durch Erfahrung und übertragen das Gelernte auf reale Kontexte.

Ausbildungsziel

Im CAS-Studiengang erwerben Sie Kompetenzen, um Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen professionell zu gestalten, zu begleiten und weiterzuentwickeln – von der Idee über die Umsetzung bis zur Reflexion von Wirkung und Qualität. 

Nach dem Abschluss können Sie

  • zentrale Konzepte, Modelle und Ansätze der Partizipation differenziert einordnen und für unterschiedliche Kontexte begründet auswählen.  
  • partizipative Vorhaben kontextspezifisch planen und umsetzen – inkl. Bedarfserhebung, Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen.  
  • Partizipationsprozesse in Organisationen professionell analysieren und begleiten, Gelingensbedingungen stärken sowie Risiken und Stolpersteine frühzeitig adressieren.  
  • Wirkung und Qualität partizipativer Massnahmen pragmatisch erfassen und evaluieren, inkl. einfacher Wirkungsmodelle, Indikatoren und geeigneter Methoden.  
  • multiperspektivische Zusammenarbeit wirksam moderieren und kommunizieren sowie die eigene Rolle, Haltung und Positionierung im Prozess reflektiert gestalten.

Aufbau

Der CAS besteht aus zwei Pflichtmodulen und einem Wahlmodul:

Teilnehmende können 

  • unterschiedliche Wissensformen (Erfahrungs-, Fach- und Alltagswissen) systematisch einbeziehen und Spannungsfelder (z. B. Macht, Rollen, Ressourcen) reflektiert bearbeiten.  

  • partizipative Interventionen ressourcenorientiert strukturieren und realistische Verbesserungsmassnahmen ableiten.  

  • Teams und Stakeholder-Gruppen in Beteiligungsfragen beraten und Feedbackprozesse professionell gestalten.  

Pro SAS erwerben Sie folgende Kompetenzen: 

SAS «Partizipation wirkungsvoll gestalten» 

Teilnehmende können 

  • partizipative Prozesse, Projekte und Strukturen professionell analysieren 

  • Teams und Organisationen bei Partizipation begleiten, beraten und stärken 

  • Gelingensbedingungen und Risiken frühzeitig erkennen und adressieren 

  • die Qualität und Wirkung von Partizipation systematisch beurteilen 

  • zur nachhaltigen Verankerung von Partizipation in Organisationen beitragen 

SAS «Partizipation professionell begleiten» 

Teilnehmende können  

  • zentrale Konzepte und Modelle der Partizipation sicher einordnen und differenziert anwenden, 
  • Beteiligungsprozesse unter Berücksichtigung ihrer Anforderungen gestalten und begleiten, 
  • Nutzen, Herausforderungen und Wirkmechanismen partizipativer Ansätze reflektiert beurteilen, 
  • Handlungsbedarfe systematisch ermitteln und realistische Interventionskonzepte entwickeln, 
  • Wirkung partizipativer Prozesse dokumentieren und evaluieren. 

Mit einem Wahlpflichtmodul ergänzen Sie die zwei Pflicht-SAS gezielt und vertiefen jene Kompetenzen, die Sie für Ihre Rolle im Gesundheits- und Sozialwesen besonders brauchen. Zur Auswahl stehen SAS (4 ECTS) mit Schwerpunkt Projektimplementierung, Design Thinking, wertebasierte Unternehmensführung, TeamSTEPPS/Patient*innensicherheit oder Entscheidungsfindung in komplexen Situationen. 

Im CAS «Expert*in Partizipation in der Gesundheitsversorgung» erwerben Sie Grundlagen, Methoden und Instrumente, um Partizipation im Gesundheits- und Sozialwesen wirksam zu gestalten, professionell zu begleiten und in ihrer Wirkung zu reflektieren. Der CAS verbindet zwei Pflicht‑SAS mit einem Wahlpflichtmodul zur individuellen Vertiefung. 

Das CAS beinhaltet im Wesentlichen: 

  • Grundlagen der Partizipation: zentrale Konzepte, Dimensionen, Modelle und Anwendungsfelder im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Einordnung im Schweizer Kontext.  
  • Ansätze vergleichen und einordnen: z. B. PPI/PPIE, User Involvement, Citizen Science, Stufenmodelle – Gemeinsamkeiten, Unterschiede und passende Einsatzfelder.  
  • Wissensformen & Perspektivenvielfalt: Erfahrungs‑, Fach‑ und Alltagswissen konstruktiv zusammenführen; Auseinandersetzung mit epistemischer (Un-)Gerechtigkeit.  
  • Planen und Umsetzen: Handlungsbedarf erkennen, partizipative Massnahmen entwickeln, strukturieren und situationsgerecht umsetzen (inkl. Bedarfserhebung und Entscheidungsfindung).  
  • Begleiten und Optimieren: partizipative Projekte/Prozesse/Strukturen in Organisationen analysieren, Reflexion anleiten, Teams beraten und Verbesserungen ableiten.  
  • Gelingensbedingungen, Risiken, Stolpersteine: Chancen nutzen und Risiken minimieren (u. a. Macht, Ressourcen, Zielkonflikte, Instrumentalisierung).  
  • Wirkung und Qualität erfassen: Wirkungsmodelle und ‑dimensionen, Erfolgskriterien sowie einfache Vorgehen zur Evaluation partizipativer Vorhaben.  
  • Praxisorientierte Transferarbeiten: Umsetzung an konkreten Beispielen in multiperspektivischen Lernsettings (Fachpersonen, Betroffene, Angehörige) und Ergebnisdarstellung (z. B. Poster/Blogformate, Symposium).  
  • Wahlpflichtmodul zur Profilbildung (4 ECTS): Vertiefung nach Interesse, z. B. Projekt implementieren, Prozessgestaltung mit Design Thinking, wertebasierte Unternehmensführung, TeamSTEPPS/Patient*innensicherheit oder Entscheidungsfindung in komplexen Situationen. 

Das CAS ist praxisnah, dialogisch und partizipativ aufgebaut. Es verbindet wissenschaftlich fundierte Inputs mit erfahrungsbasiertem Lernen und konsequentem Transfer in reale Kontexte des Gesundheits- und Sozialwesens.  

  • Theorie trifft Praxis: Kurze theoretische Inputs werden mit Praxisbeispielen verknüpft und direkt auf konkrete Fragestellungen übertragen.  
  • Co‑performative Lehre: In der Regel gestalten Dozierende aus Hochschule und Praxis den Unterricht gemeinsam – ergänzt durch und mit Expert*innen durch Erfahrung.  
  • Start bei eigenen Erfahrungen: Die Teilnehmenden arbeiten mit eigenen Fragen, Fällen und Erfahrungen; diese werden mit Konzepten, Evidenz und Instrumenten angereichert und weiterentwickelt.  
  • Multiperspektivisches Lernen: In gemischten Gruppen (Fachpersonen, Betroffene, Angehörige) wird an konkreten Beispielen gearbeitet – Partizipation ist dabei Thema und Arbeitsweise.  

Zwei komplementäre Transferformate (Pflichtmodule): 

  • Im SAS «Partizipation wirkungsvoll gestalten» werden Inputs in einem Gruppenprojekt umgesetzt und in einem Poster verdichtet (mit Präsentation am Symposium).  
  • Im SAS «Partizipation professionell begleiten» wird an einem Praxisbeispiel gearbeitet und der Lernprozess fortlaufend in nicht öffentlichen Blog-Beiträgen dokumentiert; daraus entstehen Good-/Complex-/Contested-Practice Beschreibungen.  
  • Feedback- und Reflexionsschlaufen: Iteratives Vorgehen (Input → Anwendung → Reflexion → Überarbeitung) mit Peer-Feedback und angeleiteten Reflexionsinstrumenten. 

Wahlpflichtmodul zur Profilbildung: Je nach gewähltem SAS vertiefen Sie Ihre Methodenkompetenz z. B. in Projektimplementierung, Design Thinking, wertebasierter Führung, Patient*innensicherheit/Teamtraining oder Entscheidungsfindung in komplexen Situationen (teils auch blended/transferorientiert).  

Die Kompetenznachweise dieses CAS-Studiengangs bestehen aus den Kompetenznachweisen der gewählten SAS.

Titel + Abschluss

Dozierende

  • Chantal Britt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Vanessa Grand, Mitarbeiterin Partizipation, Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Heidi Kaspar, promovierte Sozial- und Gesundheitsgeografin, Teamleiterin Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Karin van Holten, promovierte Sozialanthropologin, Teamleiterin Institut für kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership, BFH
  • Denisa Kykalova, Leiterin Partizipation & Projektleiterin, Schweizerische Patientenorganisation SPO 
  • Sabine Berger, Head Quality Management & Training, Senior Clinical Research Coordination, Lindenhofgruppe 

Voraussetzungen + Zulassung

Das CAS richtet sich an Personen, die Partizipation in der Gesundheitsversorgung umfassend verstehen, wirksam umsetzen und professionell begleiten möchten – in Praxis, Organisationen, Projekten oder Forschung/Entwicklung.  

Angesprochen sind insbesondere:  

  • Fachpersonen aus Gesundheits- und Sozialberufen sowie aus Bereichen wie Versorgungsentwicklung, Qualitätsmanagement, Gesundheitsförderung und Public Health 
  • Personen mit Verantwortung für Veränderungs- und Entwicklungsprozesse, die Partizipation als strategischen und praktischen Hebel nutzen möchten 
  • Patient*innenvertreter*innen, Patient Experts und engagierte Angehörige, die ihre Erfahrungs- und Perspektivkompetenz in Entwicklungsprozesse einbringen und wirksam machen möchten 

Das CAS lebt vom Zusammenspiel verschiedener Wissensformen. Die Teilnehmenden profitieren besonders, wenn sie bereit sind, rollenübergreifend zu denken, gemeinsam zu lernen und neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben. 

Persönliche Voraussetzungen (empfohlen): 

  • Interesse an Partizipation als Haltung und Praxis 
  • Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit (Austausch, Gruppenarbeiten, Reflexion) 
  • Offenheit für multiperspektivische Lernsettings und Feedbackkultur 

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Schulische Voraussetzungen

Sie erfüllen die schulischen Voraussetzungen gemäss den allgemeinen Zulassungsbedingungen (siehe PDF). Wenn Sie diese nicht erfüllen, ist eine Zulassung sur dossier möglich. 

Berufliche Voraussetzungen

Erwünscht sind Erfahrungen im Gesundheits- oder Sozialwesen – beruflich oder durch gelebte Praxis (z. B. als Patient*innenexpert*in oder Angehörige*r). Auch ohne formale berufliche Voraussetzung kann eine Zulassung sur dossier geprüft werden. 

Kenntnisse + Fähigkeiten

Wichtig sind die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit, zur Zusammenarbeit in multiperspektivischen Gruppen sowie Offenheit für Reflexion und Feedback. Teilnehmende bringen idealerweise eigene Fragestellungen bzw. Beispiele aus Praxis oder Erfahrung ein. 

Sprachkenntnisse

Die Unterrichtssprache ist Deutsch; erforderlich sind gute Deutschkenntnisse, um aktiv mitzudiskutieren, in Gruppen zu arbeiten und schriftliche Arbeiten zu verfassen. 

Bewerbende mit einem ausländischen Abschluss

Für Bewerbende mit ausländischem Abschluss gelten die Regelungen der allgemeinen Zulassungsbedingungen (siehe PDF). Bitte reichen Sie die erforderlichen Nachweise gemäss Vorgaben im Anmeldeprozess ein. 

Ausnahmen

Eine Zulassung sur dossier ist möglich – insbesondere für Patient*innenexpert*innen oder Angehörige ohne formalen Hochschulabschluss. Massgebend ist die Prüfung gemäss den allgemeinen Zulassungsbedingungen. 

Organisation + Anmeldung

18 bis 19 Studientage, abhängig von gewählten SAS.
Für 12 ECTS- Credits rechnen wir mit einem Workload von 360 Stunden (inklusive Studientage).

Start mit jedem anrechenbaren SAS möglich.
Die Durchführungsdaten sind bei den einzelnen SAS ersichtlich.
Unterrichtszeiten: in der Regel von 8.30 bis 16.30 Uhr.

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. 

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

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