Security Incident Prevention and Detection

Die Angriffe aus dem Internet werden täglich zahlreicher und raffinierter. Unternehmen sind gezwungen, die Sicherheit ihrer IT-Infrastruktur permanent zu überprüfen und kontinuierlich zu verbessern. Im CAS «Security Incident Prevention and Detection» lernen Sie, professionell, zielgerichtet und methodisch, Angriffe proaktiv zu verhindern und rasch zu erkennen.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS) Security Incident Prevention and Detection
  • Dauer Herbstsemester: KW43 bis KW14
  • Unterrichtstage Mittwoch: 8.30–16.15 Uhr
    ca. 3–4 Montage: 16.30–19.45 Uhr
  • Anmeldefrist 11. Oktober (garantierte Durchführung)
    9–24 Teilnehmer*innen
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 7’850
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Biel, Aarbergstrasse 46 / Online
  • Departement Technik und Informatik
  • Nächste Durchführung Herbst 2026 – garantierte Durchführung

Inhalt + Aufbau

Mit dem CAS «Security Incident Prevention and Detection» (SIPD) legen Sie den Fokus auf die Prävention und Erkennung von Sicherheitsvorfällen.

Portrait

In der heutigen IT-Landschaft lassen sich Sicherheitsvorfälle nur mit zielgerichteten Massnahmen vermeiden. Je früher Schwachstellen erkannt und je schneller sie behoben sind, desto geringer ist die Gefahr eines erfolgreichen Angriffs. Das CAS «Security Incident Prevention and Detection» (SIPD) legt den Fokus auf die Vermeidung und die rasche Erkennung von sicherheitsrelevanten Ereignissen.

Das CAS SIPD vervollständigt die beiden CAS «Network & Security» und «IT Security Management». Zusammen mit dem weiterführenden CAS «Security Incident Analysis and Reaction» (SIAR) ergeben die beiden CAS eine umfassende Security-Incident-Management-Ausbildung. Alle vier CAS zusammen bilden eine ideale Ausgangslage für den erfolgreichen Abschluss des MAS Cyber Security.

Ausbildungsziele

  • Sie können Schwachstellen auf verschiedenen Ebenen erkennen, priorisieren und beseitigen.
  • Sie kennen wichtige, präventive Schutzmechanismen und können sicherheitsrelevante Meldungen richtig einordnen und die notwenigen Gegenmassnahmen einleiten.
  • Sie können Angriffsversuche schnell erkennen und mit den am besten geeigneten Massnahmen ein weiteres Vordringen der Angreifer verhindern.
  • Sie bringen die aus Vorfällen gewonnenen Erkenntnisse in die Verbesserung der IT-Sicherheit ein.

In diesem CAS werden folgende Gebiete besprochen:

  • Bedrohung, Operational Security
  • Prävention
  • Detektion

Bedrohung und Operational Security


Einführung und Bedrohungslage:

  • Bedrohungen durch Cybercrime und staatlich geführte Cyberangriffe
  • Überlegungen zur Ethik
  • Schutz der eigenen Identität, Umgang mit Social Networks
  • Schutz der eigenen Arbeitsmittel (Anonymisierung, verschlüsselte Kanäle) und der Mitarbeitenden

Typisierung der Bedrohungen:

  • Malware-Techniken
  • Akteure und ihre Werkzeuge

Typisierung von Malware:

  • Trojaner
  • Würmer
  • Backdoors
  • Rootkits

Prävention


Vulnerability und Patch Management:

  • Klassifizierung von Schwachstellen, Anwendung Common Vulnerability Scoring System (CVSS)
  • Informationsquellen zu Schwachstellen
  • Issue- und Vulnerability-Tracking
  • Patch Cycles, Testing und zeitliche Aspekte
  • Grenzen des Vulnerability- und Patch-Management

Malware und Spam Protection:

  • Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten, sich vor Malware und Spam zu schützen
  • Malwareschutz: Strategien und Konzepte
  • Kenntnis über die Grenzen des Schutzes
  • Vom klassischen, signaturbasierten Scanner zu einem verteilten Ansatz mit verschiedenen Schutzelementen
  • Malware- und Virenscanner
  • Detektionsmöglichkeiten

Linux System Hardening:

  • Generelles zu Unix-Konzepten und -Infrastrukturen
  • Unix Hardening Guides
  • Partitionierung und Diskchiffrierung
  • Härtung von Kernel und Netzwerkstack
  • Authentisierung und Autorisierung
  • Reduktion der Angriffsfläche durch Einschränken von Diensten
  • Mandatory Access Control am Beispiel von AppArmor
  • Integritätsprüfung
  • Sichere Remote-Administration mit SSH
  • Life Cycle Management
  • Logging

Härtungsmassnahmen für Windows-Systeme:

  • Generelles zu Microsoft-Konzepten und -Infrastrukturen
  • Windows Hardening Guides
  • Benutzerverwaltung und Authentisierung
  • Reduktion der Angriffsfläche durch Einschränken von Diensten
  • Microsoft Active Directory, Security Templates und GPOs
  • Tools zur Absicherung eines Windows Systems
  • Microsoft AppLocker
  • MS Best Practice Analyzer / Microsoft Baseline Security Analyzer
  • Lokale Firewall und Virenscanner
  • Microsoft BitLocker
  • Sichere Remote-Administration (RDP, etc.)
  • Logging

Cloud-spezifische Härtungsmassnahmen (Fokus auf M365-Umgebungen):

  • Ausschalten von Legacy-Protokollen
  • Multifaktor-Authentisierung (Pro/Contra von verschiedenen Faktoren)
  • Schutz von hochprivilegierten Accounts
  • Deaktivieren vom Registrieren von Applikationen
  • Kennenlernen von Conditional Access Policies
  • Security Defaults
  • Handling von externen Benutzer*innen

Penetration Testing:

  • Einordnung der Tests anhand der OSI-Layer 2–7 und Übersicht über die Tools (Portscanner, Vulnerability Scanner, Web Application Scanner, unterstützende Hilfsmittel, Verwendung von AI für Pentests)
  • Penetration Testing Standards (PTES, OSSTMM, OWASP, etc.)
  • Vorbereitende Vorsichtsmassnahmen und Massnahmen für den Fall, dass etwas schief geht
  • Portscanning (nmap, etc.)
  • Vulnerability Scanning (OpenVAS, etc.)
  • Einsatz von Penetration Testing Frameworks (Metasploit & Co.)
  • Webapplication Scanning und manuelle Tests mittels Reverse Proxies.
  • Reporting
  • Grenzen des Penetration Testings
  • OWASP Top Ten Sicherheitslücken finden und beheben (Workshop)

Detektion
 

Logfile-Analyse:

  • Zentralisierung von Logs mit Hilfe von Syslog
  • Logfile-Analyse auf der Kommandozeile
  • Pattern Matching
  • Korrelationen
  • Einsatz von Splunk zur Logfile-Analyse

Network Intrusion Detection Systeme (NIDS):

  • NIDS-Typen
  • Architektur eines NIDS
  • Konfiguration von Suricata
  • Verstehen von Suricata Rules
  • Analyse von pcaps und Generieren von IDS Rules
  • Praktische Übung
  • Zusätzliche Elemente wie passiveDNS

Host Intrusion Detection Systeme (HIDS):

  • Konzept der hostbasierten Intrusion Detection
  • Elemente einer hostbasierten Intrusion Detection auf Server-Systemen
  • Integrity Checking Systeme als einzige Möglichkeit, die Unversehrtheit eines Systems nachzuweisen
  • Hostbasierte Analyse und Erkennung am Beispiel von OSSEC
  • Verhaltensbasierte Intrusion Detection auf Endgeräten mit Hilfe eines HIPS (Host Intrusion Prevention System)

Cloud Monitoring:

  • Kennenlernen vom AWS Cloud Trail Log und die wichtigsten Elemente daraus
  • Ein grösserer Fokus wird auf das Monitoring und Erkennen von Kompromittierungen von M365-Umgebungen gelegt:
  • Risky Sign-Ins
  • Risk Detections
  • Kennenlernen der verschiedenen Log-Files
  • Gezieltes Hunting nach Kompromittierungen von EntraID Accounts

Dynamische Malware Analyse:

  • Statische/dynamische Malwareanalyse mit verschiedenen Tools.
  • OSINT Informationen sammeln und richtig anwenden.
  • Malwareanalyse in verschiedenen Sandboxes (Public/Private) und Auswertung der Reports.
  • Mit KI Tools Sandboxauswertungen analysieren.
  • Infektionsketten von Anfang bis am Schluss verstehen. ClickFix/Malspam als initiale Vektoren führen oft zu MaaS Binaries.

Workshop
 

  • Basiswissen Linux
  • Basiswissen Windows
  • Netzwerk-Sniffing
  • Mail Clients und deren Artefakte
  • Passwort Cracken
  • Schwachstellen
  • Untersuchungen von Binaries

Projektarbeit
 

Themen von Semesterarbeiten können beispielsweise sein:

  • Erarbeiten der zusätzlich notwendigen Massnahmen nach einem sicherheitsrelevanten Vorfall im eigenen oder einem auftraggebenden Betrieb
  • Untersuchung und Nachstellung neuer Angriffsmethoden
  • Analyse vorhandener Infrastruktur und anhand der gewonnenen Informationen ein geeignetes Konzept zur Härtung der Systeme erarbeiten
  • IoT-Security mit Vulnerability Assessment für Industrie-4.0-Anlagen
  • Sicherheits-Vorfälle oder -Projekte der Dozierenden
CAS Security Incident Prevention and Detection

Kompetenzstufen

  1. Kenntnisse | Wissen
  2. Verstehen
  3. Anwenden
  4. Analyse
  5. Synthese
  6. Beurteilung

Prof. Dr. Endre Bangerter, Co-Institutsleiter ICE (Institute for Cybersecurity & Engineering), BHF

Stephan Berger, Founder Malmium, Cybersecurity-Experte, Lehrbeauftragter BFH

Eduard Blenkers, BLS, Lehrbeauftragter BFH

Dominique Kolly, Identity & Infrastructure Security Engineer BLS, Lehrbeauftragter BFH

Stefan Egger, VBS, Lehrbeauftragter BFH

Marco Gfeller, SBB, Lehrbeauftragter BFH

Reto Inversini, Cyber Threat Analyst / Incident Responder Rail ISAC SBB, Dozent BFH

Heino Kronenberg, Bundesamt für Informatik und Telekommunikation, Lehrbeauftragter BFH

Dominik Kuhn, System Architect IAM, Bundesamt für Informatik und Telekommunikation, Lehrbeauftragter BFH

Adrian Leuenberger, Lehrbeauftragter BFH

Manuel Schilt, VBS, Lehrbeauftragter BFH

Mauro Vignati, ICRC, Lehrbeauftragter BFH

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Security Incident Prevention and Detection»

Voraussetzungen + Zulassung

Erfahren Sie, für welche Fachpersonen diese Weiterbildung konzipiert ist und welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten.

Voraussetzungen

  • Sie besitzen sehr gute Kenntnisse der Internet-Protokolle und beherrschen mindestens eine Skript- und/oder eine Programmiersprache.
  • Sie gehen effizient mit Linux und Windows-Systemen um und kennen die verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten, sowohl für Client wie auch für Server.
  • Sie haben bereits einige Erfahrungen mit dem Betrieb und der Konfiguration von Cloud Umgebungen gesammelt (z.B. Azure, AWS).
  • Sie bringen IT-Vorkenntnisse im Rahmen einer Informatik- oder Wirtschaftsinformatik-Ausbildung mit. Insbesondere sind Erfahrungen in Projekten der IT-Infrastruktur, Netzwerk-Architektur und/oder IT-Security erforderlich.
  • Für das Studium der Fachliteratur und Kursunterlagen werden Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Zielpublikum

Das CAS «Security Incident Prevention and Detection» richtet sich an IT-Fachkräfte, die in einem Security-, Netzwerk- oder System-Umfeld eine operative Security-Tätigkeit wahrnehmen und IT-Security-Vorfälle verhindern, erkennen und abwenden wollen.

Studiengänge richten sich an Personen mit einem Hochschulabschluss und Berufspraxis. Personen ohne Hochschulabschluss können zu Studiengängen zugelassen werden, wenn sich ihre Befähigung aus einem anderen Nachweis ergibt.

Infoveranstaltungen + Beratung

Sie haben Fragen zur Weiterbildung? An unseren Infoveranstaltungen beantworten der Studienleiter, CAS-Leitende und Dozierende Ihre Fragen.

Studienort

Diese Weiterbildung findet hauptsächlich vor Ort an der Aarbergstrasse 46 im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne statt, einige Vorlesungen werden hybrid oder remote durchgeführt (bitte beachten Sie den aktuellen Stundenplan).

Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB)

Vielseitige Standortvorteile
 

  • Unterrichtsräume in zwei Minuten Gehdistanz vom Bahnhof Biel/Bienne
  • Ideale Zugsverbindungen im 15-Minuten-Takt ab Hauptbahnhof Bern und im 30-Minuten-Takt ab Bern Wankdorf (neue Linie Thun-Biel)
  • Modernste Infrastruktur im SIPBB-Neubau
  • Vielseitige Verpflegungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
  • Innovative Events und Networkinganlässe

Und noch dies…
 

  • Innovations-Hotspot Biel/Bienne
  • Hochschulstadt Biel/Bienne
  • Industrie- und Dienstleistungsstadt mit zahlreichen Leadern in den Bereichen der Uhren-, Maschinen-, Präzisions- und Medizinaltechnikindustrie sowie Vertretern der Kommunikations- und Telekommunikationsbranche
  • Unmittelbare Nähe zum Bielersee mit vielseitigem Sport- und Freizeitangebot
  • Gelebte Zweisprachigkeit
  • Kulturleben in allen Facetten

Biel Aarbergstrasse 46 (Switzerland Innovation Park Biel/Bienne)

Biel, Aarbergstrasse 46

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel