• Bachelor of Science in Informatik

Porträt Raphael Schaad

«Wir sind auch während der Krise fantastisch aufgestellt und bauen ein ikonisches Produktivitäts-Software Startup auf. Aktuell arbeiten wir an einer neuartigen Kalendersoftware Cron.app und suchen brillante Hacker.» Erfahren Sie im Interview mit Raphael Schaad, wie er in die Start-up Szene im Silicon Valley eingetaucht ist und wieder zurück in der Schweiz sein eigenes Start-up aufbaut.

Raphael Schaad

Was hast du an der BFH studiert? Wann hast du dein Studium abgeschlossen?
Informatik in Biel, 2007–2010. Als im Frühling 2010 das iPad angekündigt wurde, habe ich wie verrückt eine App entwickelt, sie im Sommer lanciert und meine Thesis erst im Winter 2010/11 abgegeben. Es hat sich gelohnt, den Fokus kurzfristig zu wechseln: die App hat sich millionenfach verkauft und wurde von Apple ausgezeichnet.

Was hast du aus dem Studium an der BFH mitgenommen?
Ich habe ein viel höheres Verständnis für Mathematik entwickelt und tolle Freundschaften geschmiedet.

Was hat dir rückblickend während deiner Studienzeit an der BFH gefehlt?
Der normale Pfad nach dem Tech war damals ein Ingenieur-Job in der IT-Abteilung eines stabilen Unternehmens in der Region. Mir persönlich hat damals eine lokale Szene von unternehmenslustigen Startup-Leuten gefehlt, die Neues anreissen wollen.

Nach deinem Bachelorabschluss an der BFH bist du in die USA gezogen und hast dort gearbeitet und einen Masterabschluss gemacht. Wie ist es dazu gekommen?
Durch den Erfolg der Apps, an denen ich während dem Studium getüftelt habe, habe ich mir in der internationalen Szene von Interface Designern einen kleinen Namen machen können und so landete ich meinen ersten Startup-Job und bin wenige Monate nach meinem Abschluss an der BFH ins Silicon Valley gezogen. Dort habe ich mich als Softwareentwickler und -designer raufgearbeitet und anschliessend am MIT Media Lab meinen Master gemacht. Meine sieben USA-Jahre waren hart, lehrreich und fantastisch.

Würdest du Absolventinnen und Absolventen der BFH auf Grund deiner Erfahrungen die Aufnahme eines Studiums an einer ausländischen Universität bzw. Hochschule weiterempfehlen und warum bzw. warum nicht?
Auslanderfahrung erweitert den Horizont und finde ich immer gut. Die Gebühren können horrend sein und ich habe glücklicherweise sur dossier ein volles Stipendium vom MIT erhalten. Die Hunderttausenden würde ich nicht bezahlen, auch nicht fürs MIT, Harvard oder Stanford — das Internet kann einem alles lernen. Die Herausforderung dabei ist, die richtige Szene und Mentoren zu finden.

Wie sieht deine aktuelle berufliche Tätigkeit aus?
Ich arbeite seit kurzem an der neuartigen Kalendersoftware Cron.app für Teams. Wir sind auch während der Krise fantastisch aufgestellt und bauen ein ikonisches Produktivitäts-Software Startup auf, wie Slack, Notion, oder Airtable. Wir stellen international ein, und brillante Hacker (TypeScript/React/NodeJS/GraphQL) melden sich gerne bei raphael@cron.app.

Was fasziniert dich an deinem Beruf/deiner Tätigkeit?
Ich liebe es, Dinge zu entwerfen und sie dann zu bauen. Dinge, die es vorher noch nicht gab, ins Leben zu rufen. Um 2000 wurde mir klar, dass Software einen Riesen-Impact haben wird. Ich könnte mich aber auch glücklich als Architekt oder Industrial Designer sehen.

Was machst du in deiner Freizeit?
Ich interessiere mich auch in meiner Freizeit für Technologie, Design, Unternehmertum und ziehe keine strikten Grenzen. Für Abwechslung bin ich gerne in der Natur, bin ein regelmässiger Läufer und versuche mich im Gleitschirmfliegen und Segeln — eines Tages entwerfe und baue ich ein Holzboot.

(Stand des Interviews: Juni 2020)