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Studieren nach der Flucht

21.10.2026 Sprachliche, rechtliche und soziale Hürden erschweren geflüchteten Menschen den Weg ins Studium. Zwei Betroffene berichten von ihren Erfahrungen, während Berner Hochschulen am Abbau von Hindernissen arbeiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Menschen mit Fluchterfahrung müssen viele Hürden überwinden, um ein Studium aufzunehmen.

  • Die BFH entwickelt mit anderen Hochschulen im Raum Bern Lösungen, um Zugangshürden und andere Herausforderungen für geflüchtete Studierende abzubauen.

  • Zwei Studentinnen/Absolventinnen mit Fluchterfahrung berichten über ihre Erfahrungen und Herausforderungen.

Unter Menschen mit Fluchterfahrung gibt es Personen, die in der Schweiz ein Studium aufnehmen oder ein im Herkunftsland begonnenes Studium fortführen möchten. Auf dem Weg dorthin stehen sie jedoch vor verschiedenen Zugangshürden und vielfältigen Herausforderungen: nicht anerkannte Bildungsbiografien und Abschlüsse, sprachliche und finanzielle Hindernisse, aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten und psychosoziale Belastungen, um nur einige zu nennen.

Um geflüchtete Studieninteressierte auf diesem Weg zu unterstützen, wurden in den vergangenen Jahren an Schweizer Hochschulen rund 30 Förderprojekte und Brückenangebote aufgebaut.

Auch an der Berner Fachhochschule bestehen bereits verschiedene Programme und Projekte, die Menschen mit Fluchterfahrung den Zugang zu Bildung ermöglichen. Ebenso finden sich an der Universität Bern und am IWD (Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen) der PHBern entsprechende Angebote.

Die Informationen zu den bestehenden Programmen sind jedoch nicht immer einheitlich und gut zugänglich. So stossen einige geflüchtete Studieninteressierte teilweise nur zufällig und über private Kontakte auf verlässliche Informationen. Es zeigt sich: Chancengerechtigkeit beginnt bereits beim gleichberechtigten Zugang zu Informationen.

Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen

Die 36-jährige Alaa Zaza aus Syrien hat im Sommer ihren Bachelor in International Business Administration am Wirtschaftsdepartement der Berner Fachhochschule abgeschlossen. Der Weg dorthin war alles andere als einfach und direkt. Und doch kann ihre Geschichte auch ermutigen, sich selbst nicht aufzugeben und seine Ziele zu verfolgen, auch wenn die Hürden gross sind.


Ihr Beispiel zeigt: Für Teilnehmende an Brückenangeboten ebenso wie für regulär Studierende mit Fluchterfahrung sind die Sensibilisierung und Offenheit von Lehrpersonen und Dozierenden gegenüber ihrer Lebenssituation von zentraler Bedeutung, um den Studienalltag erfolgreich zu bewältigen.

Gleichzeitig sind eine Einführung in die hiesige Lern- und Lehrkultur sowie eine weiterführende Unterstützung im Umgang mit ihren Besonderheiten – unter anderem dem hohen Digitalisierungsgrad – wichtig, um den Einstieg ins Studium zu erleichtern.

Ebenso zentral ist die soziale Integration in die akademische Lebenswelt. Sie trägt dazu bei, die Motivation von Studierenden mit Fluchterfahrung zu stärken und wirkt sich positiv auf ihre psychische Gesundheit und Resilienz aus.


Auch die Erfahrung der Ukrainerin Oksana Mashurova zeigt, dass der Studienweg als Person mit Fluchthintergrund steinig ist. Fehlende Deutschkenntnisse und als Folge davon oft mangelnde soziale Anbindung prägen auch den Werdegang der 42-Jährigen. Nach der Teilnahme am Hochschulvorbereitungskurs am Departement Technik und Informatik der BFH studiert sie seit 2024 im Bereich Medizininformatik.

KompetenzHub soll den Hochschulzugang für Geflüchtete erleichtern

Das Projekt KompetenzHub – Hochschulzugang für Geflüchtete Bern der BFH und der Uni Bern setzt an den genannten Punkten an und zielt darauf ab, Zugangshürden und Herausforderungen für geflüchtete Studieninteressierte durch eine hochschulübergreifende Zusammenarbeit gemeinsam abzubauen. Das Projekt wird von swissuniversities unterstützt.

Der KompetenzHub orientiert sich an zwei zentralen Handlungsfeldern: Einerseits sollen Studieninteressierte durch abgestimmte Kommunikation und Beratung gezielt an die passenden Angebote der verschiedenen Hochschulen vermittelt werden. Gleichzeitig wird der übergeordnete Austausch unter den Hochschulen und mit den kantonalen Akteur*innen systematisch koordiniert.

Andererseits wird mit einem gemeinsamen Community Building unter den Studierenden und der Sensibilisierung der Mitarbeitenden innerhalb der Hochschulen die soziale Integration von geflüchteten Studieninteressierten und die Entwicklung inklusiver Hochschulkulturen gefördert. Langfristig trägt das Projekt zur strukturellen Verankerung des Themas im tertiären Bildungsbereich bei und fördert Synergien zwischen bestehenden Hochschulangeboten am Hochschulstandort Bern.

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