lntergenerationelle Betreuung von Menschen mit Demenz und Kita-Kindern
Dieses Projektvorhaben untersucht die Durchführung von intergenerationellen Projekten für Menschen mit einer Demenzerkrankung und Kita-Kindern.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Soziale Arbeit
- Institut(e) Institut Alter
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.09.2025 - 31.08.2026
- Projektleitung Kathy Haas
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Projektmitarbeitende
Tristan Billaud
Prof. Dr. Regula Blaser - Partner Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG)
- Schlüsselwörter Intergenerationelle Betreuung, Demenz, Altersbilder, Begegnungen, Kita, Alters- und Pflegeheime
Ausgangslage
Vom gesellschaftlichen Wandel sind auch Generationenbeziehungen betroffen. Zwar lernen immer mehr Kinder ihre (Ur-)Grosseltern kennen, der Kontakt ist aber häufiger aufgrund grösserer räumlichen Distanzen weniger intensiv. Zudem lebet rund ein Fünftel aller alten Menschen ohne Nachkommen. Wie soziale Interaktionen zwischen Kindern und alten Menschen stattfinden, prägt einerseits die Bilder, welche die verschiedenen Generationen voneinander entwickeln. Andererseits sind soziale Interaktionen und soziale Teilhabe Grundbedürfnisse aller Menschen. Bei Menschen mit einer Demenzerkrankung sind sie jedoch besonders zentral, denn sie machen oft Erfahrungen der Ausgrenzung und Separierung. Kinder begegnen Menschen oft unvoreingenommen und ohne Vorurteile, auch wenn diese von Demenz betroffen sind. Jahrzehntelange Forschung beweist, dass familienexterne Begegnungen zwischen älteren Menschen und Kindern für beide Seiten eine Bereicherung sind. Jedoch gibt es noch immer wenige Projekte für Begegnungen zwischen Menschen mit einer Demenzerkrankung und Kita-Kindern in der schweizerischen Praxis. Mit diesem Projekt soll untersucht werden, weshalb nicht mehr Projekte in der Praxis umgesetzt werden.
Vorgehen
Ziel ist es, die Wissenslücke in Bezug auf den Transfer von aktuellen Forschungsergebnissen in die Praxis zu füllen. Das Projekt verfolgt das Ziel, Grundlagen zu erarbeiten, damit mehr Institutionen der Demenz-Langzeitpflege und Kindertagesstätten gemeinsam intergenerationelle Angebote schaffen. So wird die soziale Teilhabe von Menschen mit Demenz gefördert und Kita-Kinder haben die Möglichkeit, eine ältere Generation zu erleben. Damit entsteht die Möglichkeit, früh ein differenziertes Altersbild zu entwickeln. Der Kern des Forschungsdesigns beinhaltet eine qualitative Datenerhebung mittels Fokusgruppen. In drei Kantonen der deutschsprachigen Schweiz (AG, LU, SG) werden jeweils 7-8 Personen aus der Zielgruppe Leitungspersonen von Kitas und Institutionen der Langzeitpflege für MmD in gemischten Gruppen zu ihren Erfahrungen befragt. Zudem wird auch die Perspektive älterer Menschen, die regelmässig an einem intergenerationellen Austausch teilnehmen, mit je einer Fokusgruppe pro Kanton erhoben.
Ergebnisse
Die empirischen Befunde zeigen, dass viele positive Erfahrungen mit intergenerationellen Begegnungen gemacht werden. Sie werden als wertvolle Erfahrung und grosse Bereicherung wahrgenommen und haben das Potenzial eine breite Wirkung zu erzielen. So können sie Erfahrungen, Eindrücke und Altersbilder von den Kita-Kindern, deren Eltern und den Kita-Mitarbeitenden verändern. Für Kinder eröffnen die Begegnungen wertvolle Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bringen intergenerationelle Begegnungen Leichtigkeit, neue Perspektiven und Abwechslung in den Alltag der Bewohnenden von Alters- und Pflegeheimen.
Um solche Projekte zu organisieren und zu begleiten, brauchen Mitarbeitende der Kitas und Heime jedoch zusätzliche Ressourcen und Kompetenzen. Entsprechend brauchen sie Zeit, Schulung, Begleitung und Befähigung.
Eltern von Kita-Kinder können die Wirkungen von intergenerationellen Begegnungen multiplizieren, wenn sie frühzeitig und umfassend informiert sind und die Begegnungen so ideell unterstützen. Für die positiven Wirkungen sind Gelingensfaktoren wie Kontinuität und Freiwilligkeit wichtig, aber auch aufmerksame fachliche Begleitung.
Stolpersteine zeigen sich weniger auf der Ebene der direkten Begegnungen als mehr auf strukturellen, organisatorischen und institutionellen Rahmenbedingungen. Eine wesentliche Hürde zeigt sich in der Ressourcenproblematik.
Ausblick
Für nächste Schritte würden auf struktureller Ebene die formelle Unterstützung und Anerkennung von Trägerschaften und öffentlichen Stellen (inkl. finanzieller Unterstützung) die Verankerung von Angeboten stärken. Auch Vernetzungs- und Wissensplattformen können zur Verstetigung von bestehenden resp. zur Unterstützung neuer intergenerationellen Angeboten in weiteren Institutionen beitragen. Auf organisatorischer Ebene sind zeitliche Ressourcen für Planung, Koordination und Evaluation zentral und auf personeller Ebene die Qualifizierung und Sensibilisierung von Fachpersonen.