Diversitätssensible Hebammenarbeit

In diesem Fachkurs werden Sie befähigt, Diversität und ihre Auswirkungen in der Perinatalzeit für die Hebammentätigkeit, die Pflege, die Gesundheitsvorsorge und die Forschung zu identifizieren, zu untersuchen und mögliche Strategien und Lösungsansätze für eine chancengerechte Versorgung zu entwickeln.

Das Angebot umfasst

  • Diversität und ihre Gegenstandsbereiche im Gesundheitswesen. 
  • schwerpunktmässige Analyse der Gegenstandsbereiche Armut und soziale Benachteiligung, sowie Flucht und Migration. 

  • kritische Reflexion von Definitionen und Theorien in Bezug auf Intersektionalität von sozialer Ungleichheit, gesundheitlicher Chancengerechtigkeit und Zugang zur Gesundheitsversorgung.  

  • Identifikation und Analyse des Einflusses von sozialer und struktureller Benachteiligung und Diskriminierung mit besonderer Perspektive auf Armut und Migration in Bezug auf Elternschaft, Familienwerdung und frühe Kindheit. 

  • gesundheitliche Chancengerechtigkeit und Teilhabe an der Gesundheitsversorgung auf der Mikro-, Meso- und Makroebene. 

  • Konzepte und Modelle für die Begleitung von Frauen sowie Personen mit einer anderen Geschlechtsidentität und Familien in vulnerablen Situationen: u. a. transkategoriale Kompetenzentwicklung, Calgary Family Intervention Model.  

  • Public-Health-Strategien und Gesundheitsförderung in Zusammenhang mit vulnerablen Gruppen. 

  • Beurteilung und Weiterentwicklung aktueller Konzepte und Modelle zur Betreuung und Begleitung von Frauen*, Familien und Neugeborenen, die von Armut und/oder sozialer Benachteiligung betroffen sind oder eine Flucht- oder Migrationserfahrung haben. 

Symbolbild Fachkurs Diversität in der perinatalien Versorgung

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 8 Kurstage
  • Unterrichtstage Mittwoch, Freitag
  • Anmeldefrist 16. Januar 2027
  • Anzahl ECTS 5 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2'600
  • Unterrichtssprache Deutsch, Englisch
  • Studienort Bern und online
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Februar bis Juni 2027: genaue Daten folgen

Inhalt + Aufbau

Porträt

Die Bevölkerung in der Schweiz ist divers, doch nicht alle Mütter*, gebärfähigen Personen und Neugeborenen haben die gleichen Chancen auf eine gesunde Elternschaft und einen guten Start ins Leben. Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und frühe Kindheit sind zentrale Lebensphasen für die Entstehung von Gesundheit und spielen eine entscheidende Rolle in der Prävention von Krankheiten im späteren Leben. Chancengleichheit ist ein zentrales Ziel der Gesundheitspolitik. In der Praxis jedoch ist eine bedürfnisorientierte und gezielte Versorgung von vulnerablen und sozial benachteiligten Gruppen häufig noch nicht ausreichend umgesetzt. In diesem Fachkurs wird die geburtshilfliche Versorgung aller Frauen*, Personen, Familien, Neugeborenen und Säuglinge analysiert – mit einem besonderen Fokus auf jene, die von sozialer Benachteiligung betroffen sind, etwa durch Armut, Migration oder Flucht. Die Auswirkungen auf die biopsychosoziale Gesundheit in der reproduktiven Lebensphase sowie im ersten Lebensjahr des Kindes werden auf Makro-, Meso- und Mikroebene betrachtet. Im Zentrum stehen personen-, familien- und gemeinschaftsorientierte sowie interprofessionelle Ansätze für innovative Betreuungs- und Versorgungskonzepte in der Geburtshilfe und Familienbegleitung. Diese werden im Rahmen einer systemischen Public-Health-Perspektive diskutiert, weiterentwickelt und evaluiert. Ziel des Moduls ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, Diversität und deren Auswirkungen auf Gesundheit in der Hebammenarbeit, Pflege sowie Gesundheitsförderung und Forschung zu erkennen, zu analysieren und Strategien sowie Lösungsansätze zu entwickeln. Ein Kurstag findet online, ein weiterer hybrid statt.

Ausbildungsziel

Die Kursteilnehmenden

  • erläutern die Konzepte Diversität, soziale Ungleichheit, Vulnerabilität und ihren Zusammenhang mit Gesundheit. 

  • stellen gesundheitliche/geburtshilfliche Probleme und Herausforderungen von Frauen* und Familien mit Migrationshintergrund, niedrigem sozioökonomischem Status, Behinderung sowie anderen Diversitätsmerkmalen anhand unterschiedlicher Konzepte und Theorien dar. 

  • analysieren die gesundheitliche/geburtshilfliche Versorgung von Frauen* und Familien in Bezug auf gesundheitliche Chancengleichheit 

  • beschreiben Wertesysteme auf unterschiedlichen Ebenen und benennen eine mögliche Wirkung auf die Versorgungssituation der Frauen, Personen und Familien. 

  • analysieren und beurteilen kritisch den Zugang zur Gesundheitsversorgung von Frauen* und Familien in Bezug auf ihre sozialen Determinanten, individuelle Dispositionen und auf institutionelle Rahmenbedingungen sowie Faktoren, die zu Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung führen. 

  • untersuchen nationale und internationale Präventions- und Versorgungskonzepte auf der Makro-, Meso- und Mikroebene im Kontext von Sozialstrukturen 

  • wenden rechtliche Grundlagen und Leitlinien an, um gesundheitliche Chancengleichheit zu ermöglichen. 

  • identifizieren Schnittstellen für die Zusammenarbeit mit weiteren zuständigen Berufsgruppen und entwickeln Konzepte für diese Zusammenarbeit. 

  • reflektieren die eigene transkategoriale Kompetenz und entwickeln diese im eigenen Arbeitsumfeld kontinuierlich weiter. 

  • kommunizieren den gesundheitlichen und geburtshilflichen Bedarf benachteiligter und vulnerabler Gruppen und daraus resultierende Massnahmen gegenüber Entscheidungsträgern und Medien.  

  • Diversität und ihre Gegenstandsbereiche im Gesundheitswesen 

  • Schwerpunktmässige Analyse der Gegenstandsbereiche: Armut und soziale Benachteiligung, sowie Flucht und Migration 

  • Kritische Reflexion von Definitionen und Theorien in Bezug auf Intersektionalität sozialer Ungleichheit, gesundheitliche Chancengerechtigkeit und Zugang zur Gesundheitsversorgung 

  • Identifikation und Analyse des Einflusses von sozialer und struktureller Benachteiligung und Diskriminierung mit besonderer Perspektive auf Armut und Migration in Bezug auf Mutterschaft, Familienwerdung und frühe Kindheit 

  • Gesundheitliche Chancengleichheit und Teilhabe an der Gesundheitsversorgung auf Mikro-, Meso- und Makroebene 

  • Konzepte und Modelle für die Begleitung von Frauen* und Familien in vulnerablen Situationen: u. a. transkategoriale Kompetenzentwicklung, Calgary Family Intervention Model 

  • Public Health Strategien und Gesundheitsförderung in Zusammenhang mit vulnerablen Gruppen 

  • Beurteilung und Weiterentwicklung aktueller Konzepte und Modelle zur Betreuung und Begleitung von vulnerablen Frauen, gebärfähigen Personen, Familien und Neugeborenen 

  • Literaturstudium 

  • Vorlesung 

  • Fachgespräch 

  • Seminar 

  • Workshops 

  • Fallbesprechung 

  • E-Learning 

  • Selbststudium 

  • Schriftliche Arbeit und Kurzpräsentation: «Diversität und Chancengleichheit: Konzeptentwurf zur Optimierung der Versorgung einer benachteiligten Personengruppe im eigenen Arbeitsumfeld»  
  • Teilnahme am Unterricht (mind. 80 Prozent) 

Titel + Abschluss

Fachkurs in «Diversitätssensible Hebammenarbeit»

Der Fachkurs ist identisch mit dem MSc-Modul «Diversitätssensible Hebammenarbeit».

Lehrpersonen

  • Paola Origlia Ikhilor, MSc
  • Milena Wegelin, lic. phil.
  • Dr. Natascha Schütz Hämmerli
  • Prof. Dr. Eva Soom Ammann

(Änderungen vorbehalten)

Voraussetzungen + Zulassung

Der Kurs richtet sich an Hebammen sowie an Fachpersonen aus dem Gesundheits- oder Sozialbereich, die im Bereich Mutter/Kind tätig sind.  

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Sprachkenntnisse

Gute Englischkenntnisse zum Lesen und Bearbeiten englischer Literatur und Verstehen von Vorlesungen und Videos.

Vorbereitungsauftrag

Ein schriftlicher Vorbereitungsauftrag wird ca. 1 bis 2 Monate vor Kursbeginn verschickt.

Organisation + Anmeldung

8 Kurstage
Für 4 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 120 Stunden (inkl. der Kurstage).
Unterrichtszeiten: in der Regel von 9.15 bis 17.15 Uhr

  • Durchführung 2027, Daten folgen 

Anmeldefrist

16. Januar 2027

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

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