Decentralized Data Bounty Billboard (D2B2)
D2B2 ist ein dezentraler Datenmarktplatz, der die Nachfrage nach Mobilitätsdaten mit ungenutzten Quellen zusammenführt. Mithilfe von Smart Contracts, einer Validierung und Vergütungen ermöglicht er einen vertrauenswürdigen Datenaustausch.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Technik und Informatik
- Institut(e) Institute for Data Applications and Security (IDAS)
- Forschungseinheit(en) IDAS / Identity and Access Management (IAM)
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.07.2026 - 30.06.2027
- Projektleitung Prof. Dr. Annett Laube
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Projektmitarbeitende
Maël Gassmann
Dr. Susie Xi Rao
Prof. Dr. Gernot Pruschak -
Partner
HSLU
Otimon GmbH
Dotphoton AG - Schlüsselwörter Mobilität, Blockchain, Smart Contracts, Datenaustausch, Vertrauen, Transaktionen, Nachhaltigkeit, Mobilitätsökosysteme
Ausgangslage
Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind zunehmend auf hochwertige Mobilitätsdaten angewiesen, doch der Zugang dazu ist nach wie vor fragmentiert, kostspielig und undurchsichtig. Oft befinden sich wertvolle Datensätze im Besitz von privaten Organisationen oder Einzelpersonen, die sich ihres potenziellen Werts nicht bewusst sind oder keine sichere und vertrauenswürdige Möglichkeit haben, sie zu teilen. Datennachfrager investieren deshalb viel Zeit und erhebliche Ressourcen in die wiederholte Datenerhebung, während Datenanbieter Möglichkeiten ungenutzt lassen, bestehende Datenbestände wirtschaftlich zu nutzen. Diese Marktineffizienz hemmt Innovationen, verlangsamt die Entwicklung datenbasierter Mobilitätslösungen und erschwert es, Datenangebot und -nachfrage effizient zusammenzubringen.
Vorgehen
Das Decentralized Data Bounty Billboard (D2B2) begegnet dieser Herausforderung mit einem blockchainbasierten Marktplatz, der einen transparenten und sicheren Datenaustausch mit gezielten Anreizen ermöglicht. Datennachfrager können Data Bounties (Datenanfragen mit Vergütung) öffentlich ausschreiben und darin festlegen, welche Daten benötigt werden, wofür sie verwendet werden sollen, welche Validierungsanforderungen gelten und welche Vergütung angeboten wird. Dadurch wird die Marktnachfrage sichtbar, der Suchaufwand sinkt, und für Datenanbieter wird es attraktiver, ihre Daten bereitzustellen. Die Plattform basiert auf einer modularen Smart-Contract-Architektur, bei der für jede Bounty ein eigener Smart Contract angelegt wird. Die Rohdaten verbleiben zum Schutz der Privatsphäre und zur Minimierung des Speicherbedarfs immer ausserhalb der Blockchain. Die Validierung erfolgt über ein dezentrales Oracle-Netzwerk, das die eingereichten Daten anhand vordefinierter Kriterien überprüft, ohne die zugrunde liegenden Daten auf der Blockchain offenzulegen. Bei Daten mit hohem Wert könnten auch Validierungsverfahren eingesetzt werden, die eine Validierung durch mehrere vertrauenswürdigen Dritten erfordern. Nach der erfolgreichen Validierung führt der Smart Contract automatisch eine atomare Transaktion aus, die kein gegenseitiges Vertrauen zwischen den Parteien voraussetzt: Die hinterlegte Zahlung wird an den Datenanbieter freigegeben, während der Datennachfrager gleichzeitig überprüfbare Z
Ergebnisse
Das Projekt wird drei wesentliche Ergebnisse liefern. Erstens wird das Institut Applied Data Science & Finance der BFH einen umfassenden Businessplan ausarbeiten, der das Marktpotenzial, die Anreize für die verschiedenen Anspruchsgruppen, mögliche Governance-Modelle und die langfristige Nachhaltigkeit bewertet. Zweitens wird das Institute for Data Applications and Security (IDAS) A1.1 der BFH einen funktionsfähigen Prototyp entwickeln, der den gesamten Lebenszyklus einer Data Bounty abdeckt – von der Ausschreibung über die Einreichung und Validierung der Daten bis hin zur Vergütung und zum sicheren Datenzugang. Drittens wird das Projekt anhand eines abgestuften Sicherheitskonzepts aufzeigen, wie je nach Sensibilität der Daten unterschiedliche Schutzniveaus gewährleistet werden können. Dieses Konzept soll einen sicheren Austausch von personenbezogenen Daten mit hohem Wert ermöglichen, ohne die Weitergabe weniger sensibler Mobilitätsdaten unnötig zu erschweren.
Ausblick
Die erfolgreiche Entwicklung und Validierung des D2B2-Prototyps schafft die technischen, wirtschaftlichen und governancebezogenen Voraussetzungen für ein grösser angelegtes Innovationsprojekt von Innosuisse. Die Ergebnisse sollen zeigen, dass die Lösung technisch umsetzbar ist und eine entsprechende Marktnachfrage besteht. Dadurch lassen sich die Risiken einer künftigen Kommerzialisierung deutlich reduzieren. Langfristig hat D2B2 das Potenzial, sich zu einem nationalen Marktplatz für Mobilität und damit verbundene Datenressourcen zu entwickeln, der Organisationen, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen innerhalb einer vertrauenswürdigen Datenökonomie miteinander verbindet. Die Plattform könnte durch die Einbindung in bestehende digitale Plattformen und Mobilitätsökosysteme den Datenaustausch effizienter gestalten, Innovationen fördern und neue Formen der Wertschöpfung in der Schweiz eröffnen.