Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit im Grossraum Bern
Im Grossraum Bern wird eine Bestandesaufnahme und Bedarfsabklärung zur gegenwärtigen Situation von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit vorgenommen, dies mit dem Ziel, ein differenziertes Verständnis der Problemlage zu erarbeiten.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Soziale Arbeit
- Institut(e) Institut Soziale und kulturelle Vielfalt
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.10.2026 - 30.09.2027
- Projektleitung Prof. Simone Gäumann
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Projektmitarbeitende
Nathalie Joder
Áron Korósz - Schlüsselwörter Wohnungsnot, Wohnungslosigkeit, Bestandsaufnahme und Bedarfsabklärung
Ausgangslage
Wohnungslosigkeit ist ein vielschichtiges gesellschaftliches Phänomen, das hauptsächlich auf strukturelle Ursachen zurückzuführen ist in Verbindung mit individuellen Erscheinungsformen und Lebenslagen. Im Zuge zunehmender Knappheit von verfügbarem und bezahlbarem Wohnraum stellt Wohnungsnot und -losigkeit in der Schweiz ein wachsendes soziales Problem dar. Von drohender Wohnungslosigkeit sind in der Schweiz insbesondere sozioökonomisch benachteiligte Personen und Haushalte betroffen. Auch im Kanton Bern zeigt sich die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Der Anstieg von Personen und Familien, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind, wird von Sozialdiensten bestätigt. Die steigenden Mieten und die begrenzte Verfügbarkeit von Wohnraum erschweren für viele Haushalte den Zugang zu angemessenem Wohnraum. Zur Bewältigung von Wohnungsnotfällen - einem Wohnbedarf mit hoher Dringlichkeit - fehlen zurzeit ausreichende und adäquate regionale Dienstleistungen im Kanton Bern. Vor diesem Hintergrund wird mittels einer Bestandsaufnahme und Bedarfsabklärung eine systematische Erfassung der gegenwärtigen Situation von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit im Grossraum Bern erarbeitet und der Bedarf an Unterstützung sowie Ressourcen von Seiten der sozialarbeiterischen Institutionen in diesem Kontext erhoben. Diese Studie soll einen Beitrag leisten für die mittelfristige Entwicklung einer koordinierten Handlungsstrategie in der Region.
Vorgehen
Zur Analyse von Ursachen und Folgen der Wohnungsnot und -losigkeit wird bei der methodischen Vorgehensweise eine intersektionale Perspektive angewandt. Die Bestandesaufnahme und Bedarfsabklärung umfassen eine Analyse aktueller Entwicklungen, bestehender Kenntnisse, von Kennzahlen/Statistiken und Dokumenten zu Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit im Grossraum Bern (Stadt Bern, Ostermundigen, Köniz, Ittigen, Muri und Wohlen). In einem zweiten Schritt werden Online-Befragungen von Sozialdiensten, Sozialberatungen und weiteren sozialen Einrichtungen mit Bezug zur Wohnthematik durchgeführt. Anschliessend erfolgt eine vertiefte Analyse der gegenwärtigen Situation in zwei Fokusgesprächen mit ausgewählten Fachpersonen Sozialer Arbeit, die in die Bearbeitung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit involviert sind. In einem letzten Schritt werden Küchentischgespräche mit (ehemals) Betroffenen von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit geführt, um ein lebensweltbezogenes und wohnbiografisches Verständnis der Problemlage zu entwickeln sowie Bewältigungsstrategien und Handlungsformen zu erheben.