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App ermöglicht selbstständigen Museumsbesuch trotz Sehbehinderung
08.09.2026 An der BFH wird zurzeit eine App mitentwickelt, um sehbehinderten Menschen den selbstständigeren Museumsbesuch zu ermöglichen. Die BFH evaluiert dafür verschiedene Technologien und bringt ihre Expertise in Accessibility und Design Science Research ein.
Das Wichtigste in Kürze
- Die App soll barrierefreie Informationen für Museumsbesuche von Grund auf zur Verfügung stellen.
- Sie entsteht in Zusammenarbeit zwischen der Apfelschule, BFH-TI und dem HAIS-Lab der BFH.
Museumsbesuche sind in der Schweiz sehr beliebt: Allein im Jahr 2023 verzeichneten die Schweizer Museen knapp 15 Millionen Eintritte und ermöglichen somit hinsichtlich Bildung, Faszination und Wissensaustausch mannigfaltige Erfahrungen. Darüber hinaus senken Besuche nachweisbar das Stresslevel und stärken den Austausch innerhalb der Gesellschaft. Damit die meist visuell konzipierten Ausstellungen auch blinden und sehbehinderten Menschen zugänglicher gemacht werden können, wird aktuell eine App entwickelt, die womöglich unter dem Namen «MioGuide» erhältlich sein wird.
Apfelschule: Digitale Kompetenz für Sehbehinderte
Die Apfelschule ist eine Organisation, die blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang zu digitaler Technologie erleichtert. Moderne Smartphones verfügen über integrierte Bedienhilfen, die Barrieren reduzieren und eine selbstständigere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Das Erlernen dieser Funktionen benötigt Zeit und Übung. Die Apfelschule vermittelt diese Kompetenzen in Kursen und Schulungen, in denen die technischen Möglichkeiten systematisch erklärt und praktisch erprobt werden. Ziel ist es, die Vorteile der digitalen Hilfsmittel von Grund auf zugänglich zu machen und ihre Nutzung nachhaltig zu stärken.
Bei diesem Prozess sind ebenfalls das Human AI Learning Systems (HAIS) Lab und das Institute for Data Applications and Security IDAS der BFH involviert. Gemeinsam mit der Apfelschule Zürich, welche sich als Organisation in der Erschliessung von Technologien für Menschen mit visueller Einschränkung einsetzt, untersuchen sie unterschiedliche Technologien. Verglichen werden QR-Codes, NFC-Tags wie auch ein hybrider Ansatz. Aktuell werden dafür Usability-Studien durchgeführt. Als digitaler und barrierefreier Museumsguide können die Inhalte dann entweder schriftlich angezeigt oder auf Wunsch angehört werden: Die Museumsverantwortlichen erfassen ihre Inhalte, ohne, dass sie dabei über eine technische Expertise verfügen müssen – und die User:innen können durch Scannen Informationen zu den Exponaten erhalten.