Rutschhemmung Boden Barfuss (RUBOBA)

Die im Jahr 2021 eingeführte Messnorm unterschätzt möglicherweise das Unfallrisiko beim Barfussgehen auf feuchten Böden. Messungen aus dem Bern Movement Lab liefern Referenzwerte für eine verlässliche und praxisnahe Bewertungsgrundlage.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Gesundheit
  • Institut(e) Physiotherapie
  • Forschungseinheit(en) Fussbiomechanik und Technologie
  • Förderorganisation Andere
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2026 - 31.12.2026
  • Projektleitung Prof. Dr. Patric Eichelberger
  • Projektmitarbeitende Michael Streit
  • Partner Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bern
  • Schlüsselwörter Unfallprävention, Gehen barfuss, Rutschgefahr, feuchter Boden, Schwimmbad, Wellnessanlage, Dusche, Sporteinrichtungen

Ausgangslage

Mit der Einführung der Messnorm SN EN 16165 im Jahr 2021 wurden neue Standards zur Messmethodik der Rutschhemmung von Bodenbelägen festgelegt. Diese Norm definiert Methoden zur Bestimmung des Gleitreibungskoeffizienten von Fussböden und soll zur einheitlichen Messung von Bodenbelägen beitragen. Die Praxiserfahrung in der Anwendung der Norm hat jedoch gezeigt, dass die Tribometer-Messwerte von Bodenbelägen für den Barfussbereich deren Sicherheit nicht korrekt repräsentieren. Während die Messung mit vorgeschriebenem Gummi-Gleiter die Interaktion zwischen Schuhsolen und Boden gut abbildet, scheint sie für die Simulation zwischen menschlicher Haut und Boden ungeeignet. Aus Sicht der Unfallprävention ergibt sich ein erhebliches Risiko: Gewisse Bodenbeläge, die tatsächlich ein erhöhtes Unfallrisiko bergen, werden fälschlicherweise als sicher eingestuft. Dies kann insbesondere in Bereichen wie Schwimmbädern, Wellnessanlagen, Duschen oder Sporteinrichtungen schwerwiegende Konsequenzen haben.

Vorgehen

Dieses Projekt umfasst die Durchführung der biomechanischen Experimente im Bern Movement Lab der Berner Fachhochschule (BFH) im Auftrag der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) zur Bestimmung von Gleitreibungskoeffizienten zwischen menschlicher Haut und verschiedenen Bodenbelägen unter feuchten Bedingungen.

Ausblick

Durch die Kombination aus Messungen gemäss SN EN 16165 und den biomechanischen Experimenten soll eine verlässliche und praxisnahe Bewertungsgrundlage für den Barfussbereich entwickelt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, die bestehende Norm zu ergänzen oder anzupassen, um eine realistischere Bewertung der Rutschgefahr im Barfussbereich sicherzustellen.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen