LEP Live - ein Ontologiewerkzeug
Kann man den Pflegeprozess dokumentieren? Leistungserfassung in der Pflege verläuft vom pflegerischen Assessment über Pflegediagnosen und Pflegeziele bis hin zur Dokumentation erbrachter Leistungen
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Technik und Informatik
- Institut(e) Institut für Medizininformatik I4MI
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.10.2019 - 31.12.2025
- Projektleitung Gabriel Immanuel Hess
- Partner LEP AG
- Schlüsselwörter Medizinische Informatik, Pflegeinformationssystem
Ausgangslage
Bereits seit 2019 arbeitet das I4MI eng mit der LEP AG zusammen, um den "LEP Prozess" fühlbar und nachvollziehbar zu gestalten. LEP steht für Leistungserfassung in der Pflege und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Heute steht nicht mehr die Nachdokumentation durchgeführter Pflegeleistungen am Ende der Schicht im Vordergrund, sondern vielmehr die Einbindung des gesamten Pflegeprozesses in ein klinisches Dokumentationssystem. Da dies in den einzelnen kommerziellen IT-Systemen immer wieder sehr unterschiedlich gehandhabt wird, hat sich die LEP AG mit dem Wunsch an das I4MI gewendet, einen Demonstrator zu erhalten, der in Schulungen beim Kunden die Mächtigkeit und die vielen Optionen eines LEP basierten Pflegeprozesses aufzeigen kann.
Vorgehen
LEP (Leistungserfassung in der Pflege) ist eine Methode zur Dokumentation und Auswertung von Pflegeleistungen. Sie ist mit Assessments beispielsweise nach EPA-AC für die Akutversorgung oder EPA KIDS in der Pädiatrie, mit Pflegediagnosen nach NANDA, mit Pflegezielen nach AIR-Z und mit LEP basierten Interventionen, beispielsweise nach LEP Nursing 3.6.0 verknüpft. Für ihre Berater wünschte sich die LEP AG eine Demonstrator-Anwendung, mit der die LEP-Berater bei Kunden (Spitälern) den vollen Umfang und die Mächtigkeit eines LEP basierten Pflegeprozesses mit allen Verknüpfungen und Navigationsmöglichkeiten praktisch demonstrieren können. Die Grundidee ist dabei, dass bereits aufgrund des Pflegeassessments entsprechende Pflegeziele und dazugehörige pflegerische Diagnosen vorgeschlagen werden. Je nach dynamischer Auswahl aus diesen Zielen und Diagnosen werden dann inkrementell die entsprechenden pflegerischen Massnahmen quasi halbautomatisch zusammengestellt. LEP Live wurde über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und stellt fast schon ein kleines Pflegedokumentationssystem dar. Mittlerweile kann über Konfiguration aus 4 verschiedenen EPA Assessment Katalogen ausgewählt werden und die Interventionen aus der gesamten LEP Matrix zugeordnet werden, also auch Physiotherapie, Ergotherapie, Hebammen etc.
Ergebnisse
LEP Live ist heute ein komplexes Ontologiewerkzeug. Verschiedene Versionen der LEP Kataloge können individuell für Präsentationen beim Kunden als abgespeicherte Konfigurationen abgespeichert werden und individuelle Beispielpatienten können angelegt werden um den Ablauf im Pflegeprozess dynamisch zu zeigen. Es können - beispielsweise für kurzliegende Akutpatienten - Abkürzungen im Ablauf definiert werden bei denen einerseits ganze Kataloge ausgeblendet werden können, so dass man direkt vom Assessment zum Vorschlag von Pflegeleistungen kommt, andererseits können die einzelnen Kataloge intern durch Ein-und Ausblendungen gefiltert werden, so dass ein spezifischer Usecase für eine Fachrichtung eingerichtet und vorkonfiguriert werden kann, bei dem nur die relevanten Informationen aus den jeweiligen Katalogen verwendet werden.
Ausblick
Es findet weiterhin eine kontinuierliche Weiterentwicklung von LEP Live statt.