- Medienmitteilung
Spin-off der BFH bringt KI dorthin, wo Daten vertraulich bleiben müssen
15.10.2026 Tomyra AI, ein neues Spin-off des Departements Technik und Informatik der Berner Fachhochschule, entwickelt eine KI-Umgebung für Organisationen mit sensiblen Daten – KMU mit Geschäftsgeheimnissen, Sozialdienste, Arztpraxen, Kanzleien, Treuhandbüros, Verwaltungen oder Schulen. Das Besondere: Jede Organisation erhält ihr eigenes KI-Modell, betrieben auf Standard-Hardware in der Schweiz oder direkt vor Ort. Die Grundlage bildet die Forschung zum ressourcenschonenden Betrieb kleiner Sprachmodelle.
Generative KI ist im Arbeitsalltag angekommen – auch in Organisationen, die mit vertraulichen Informationen arbeiten. Berichte entwerfen, Texte korrigieren, Akten zusammenfassen: Mit KI-Diensten ist das schnell erledigt. Die Daten werden dabei jedoch häufig auf Infrastruktur im Ausland verarbeitet, was mit Datenschutzgesetz und Berufsgeheimnis schwer vereinbar ist. Viele Organisationen behelfen sich mit Weisungen zur manuellen Anonymisierung: ein Vorgehen, das im Alltag aufwendig und fehleranfällig bleibt.
Oft werden bei KI-Services die Daten der Kunden zwar getrennt gespeichert, die KI selbst teilen sich aber alle Kund*innen – vergleichbar mit einem Schliessfach in einer gemeinsamen Halle statt einem eigenen Tresorraum. Eine KI, die wirklich nur für eine Organisation arbeitet, war bisher Grosskonzernen vorbehalten, die sich eigene Rechenzentren leisten können.
Über Tomyra AI
Tomyra AI ist ein Spin-off der Berner Fachhochschule mit Sitz in Biel/Bienne. Das Unternehmen entwickelt isolierte KI-Umgebungen für Organisationen mit vertraulichen Daten und bedient den Schweizer Markt in Deutsch und Französisch.
Ein eigenes Modell pro Organisation - zu KMU-tauglichen Kosten
Tomyra AI schliesst diese Lücke. Das Spin-off betreibt kleine, aufgabenspezifische Sprachmodelle so effizient, dass sie auf Standard-Hardware laufen – auf einem Server im Schweizer Rechenzentrum, auf dem eigenen Server der Organisation oder auf einem kompakten Gerät im Büro. Das Modell arbeitet ausschliesslich für eine Organisation; was Mitarbeitende eingeben, verlässt deren Umgebung nicht.
«Organisationen mit vertraulichen Daten sollen KI nicht meiden müssen – sie brauchen eine KI, die zu ihren Pflichten passt. Unsere Forschung zeigt, dass kleine Modelle für die konkreten Aufgaben einer Organisation oft genügen. Dann kann die KI zu den Daten kommen, statt die Daten zur KI.»
Zur Lösung gehört die Einführung: Jede Instanz startet mit dem Wissen der jeweiligen Branche, und KI-Assistenten werden gemeinsam mit den Mitarbeitenden für die tatsächlichen Abläufe eingerichtet. Die Pilotphase mit ersten Organisationen soll in den kommenden Monaten beginnen.
Zur Gründerin
Dr. Mascha Kurpicz-Briki ist Professorin für Data Engineering am Departement Technik und Informatik der Berner Fachhochschule in Biel. Sie promovierte an der Universität Neuenburg im Bereich energieeffizientes Cloud Computing und arbeitete mehrere Jahre in den Bereichen Open-Source-Engineering, Cloud Computing und Analytics. Sie ist zudem als Keynote-Speakerin, Verwaltungsrätin und Autorin tätig.