Virtual Companion

Das Projekt entwickelt einen KI‑basierten Chatbot basierend auf dem sozial-kognitiven Modell und erprobt, ob dieser die Bereitschaft von Patient*innen der kardialen Rehabilitation zur nachhaltigen Lebensstiländerung erhöhen kann.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Gesundheit
    Technik und Informatik
  • Institut(e) Ernährung und Diätetik
  • Strategisches Themenfeld Themenfeld Humane Digitale Transformation
  • Förderorganisation BFH
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2026 - 31.12.2026
  • Projektleitung Prof. Dr. Undine Lehmann
  • Projektmitarbeitende Dr. Karin Haas
    Caroline Heuberger
    Daniel Reichenpfader
    Prof. Dr. Kai-Uwe Schmitt
  • Partner Dr. Thimo Marcin, Berner Reha Zentrum, Insel Gruppe
    Prof. Dr. Barbara Solenthaler, Dr. Rafael Wampfler, ETH Zürich
  • Schlüsselwörter Rehabilitation, digitales Versorgungsmodell, Verhaltensänderung, Chatbot, Ernährungsintervention

Ausgangslage

Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz (KI) haben das Potenzial, Patient*innen nach der Rehabilitation bei der eigenständigen Weiterführung der Therapie und der Umsetzung eines gesunden Lebensstils zu unterstützen. Der Erfolg digital unterstützter Nachsorgeinterventionen hängt jedoch wesentlich von der Bereitschaft der Betroffenen zur Verhaltensänderung sowie von ihrer Akzeptanz der eingesetzten Technologie ab. Strukturierte, reflexive Gespräche mit einem Chatbot während der Rehabilitation könnten die Motivation und Selbstwirksamkeit von Patient*innen für eine gesunde Lebensstiländerung stärken und die Akzeptanz digitaler Nachsorgeangebote steigern. Das Projekt soll untersuchen, wie die Technologieakzeptanz für die Nutzung eines Chatbots erhöht werden kann und ob der Einsatz eines Chatbots (Virtual Companion), der auf Basis des sozial-kognitiven Health Action Process Approach Modells des Gesundheitsverhaltens (HAPA Modell) und motivierender Gesprächsführung (Motivational Interviewing, MI) weiterentwickelt wurde, schon während der Rehabilitation die Bereitschaft zur nachhaltigen Lebensstiländerung in Patient*innen steigern kann.

Vorgehen

Das Projekt umfasst drei Arbeitspakete. Im ersten Arbeitspaket wird basierend auf der Nutzung eines Large-Language-Modells ein Chatbot weiterentwickelt. Für die Gesprächsführung werden Aspekte des HAPA Modell des Gesundheitsverhaltens und des Motivational Interviewing in die Chatbot Konversation integriert. In Abhängigkeit vom jeweiligen Stadium der Verhaltensänderungsbereitschaft der Patient*innen (keine Intention, Intention zur Verhaltensänderung, Umsetzung) generiert der Chatbot individualisierte und stadienadaptierte Rückmeldungen. Der Fokus liegt dabei auf Patient*innen ohne Änderungsintention. Im zweiten Arbeitspaket wird der weiterentwickelte Chatbot mit 5–10 Patient*innen in der stationären Rehabilitation pilotiert. Die Erfahrungen werden durch Befragungen evaluiert (u. a. Usability Test, Technologieakzeptanz und Motivation zur Verhaltensänderung). Im dritten Arbeitspaket wird unter aktiver Einbindung der Erfahrungen von Patient*innen ein Nachfolge-Projektantrag entwickelt.

Ausblick

Das Projekt zielt auf eine langfristige, nachhaltige und skalierbare digitale Intervention für die Rehabilitationsnachsorge ab und schliesst damit eine Versorgungslücke. Der Chatbot soll Technologieakzeptanz, Motivation zur Verhaltensänderung und praktische Umsetzung bereits während der Rehabilitation stärken und damit die Basis für langfristiges Selbstmanagement legen. Damit befindet sich das Projekt an der Schnittstelle der strategischen Themenfelder «Humane Digitale Transformation» und «Caring Society» und trägt zur Weiterentwicklung von patientenorientierten, ressourceneffizienten und nachhaltigen Versorgungsmodellen bei.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen