BeLearn - VR in nursing education
Wie kann virtuelle Realität in der Pflege und Medizininformatikausbildung eingesetzt werden?
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Technik und Informatik
- Institut(e) Institut für Medizininformatik I4MI
- Forschungseinheit(en) I4MI / Digital Health Lab
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.01.2025 - 31.01.2026
- Projektleitung Prof. Dr. Thomas Bürkle
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Partner
BeLEARN
Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung EHB
Ausgangslage
Immersive und interaktive VR-Tools werden im Unterricht nach wie vor selten eingesetzt, obwohl sie Studierenden ermöglichen zeit- und ortsunabhängig in realitätsnahe Situationen des Berufsalltags einzutauchen und situationsbasiert zu lernen. Im Projekt wurde am Beispiel eines immersiven und interaktiven 360º-Videos, das im Rahmen des SNF NFP 77-Projekts Digi-Care entwickelt wurde, untersucht, wie VR im Unterricht eingesetzt werden kann, und wie Studierende damit lernen. Das 360º-Video basiert auf einer real beobachteten Situation, die von Schauspielenden nachgestellt wurde. Es zeigt unterschiedliche Facetten der Weitergabe klinischer Patienteninformationen mit digitalen Hilfsmitteln während einer Dienstübergabe in einem Schweizer Spital. Der erste Teil der Dienstübergabe findet im Korridor des Spitals statt, die zweite Szene spielt im Zimmer der Patientin. Innerhalb des Videos können interaktive Punkte angeklickt werden, die Illustrationen und Lernaufgaben zu den definierten Lernzielen beinhalten.
Vorgehen
Anhand desselben 360°-Videos wurden in enger Zusammenarbeit Dozierenden aus Bildungsinstitutionen beider Bereiche zwei verschiedene Unterrichtseinheiten entwickelt und implementiert a) für Studierende der Pflege und b) für Studierende der Medizininformatik. Darüber hinaus wurde getestet, ob die VR-basierten Unterrichtslektionen lernwirksam sind. Im Bereich Pflege konzentrierten sich die Unterrichtslektionen auf das Thema Patientendatenschutz und Patientensicherheit bei der digitalen Informationsweitergabe. Die wurden von Forschenden der EHB zusammen mit der Höheren Fachschule Gesundheit und Soziales HFGS Aarau entwickelt. Ob sich die VR-basierten Unterrichtslektionen auf das Wissen und die Haltung bezüglich Patientendatenschutz und Patientensicherheit auswirken, wurde mit 93 Studierenden der HFGS Aarau getestet.
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass VR-basierter Unterricht zu einem nachhaltigen Wissenserwerb und erhöhter Sensibilität im Bereich Patientendatenschutz und Patientensicherheit führte. Das Ansehen des 360°-Videos mit einer VR-Brille ermöglichte den Studierenden besser in die Situation einzutauchen und motivierte sie zu lernen, dies brachte für den Wissenserwerb zum Thema Patientendatenschutz und Patientensicherheit jedoch keine Vorteile im Vergleich zu den Studierenden, die das Video auf einem Computerbildschirm sahen. Es wird vermutet, dass der Mehrwert von immersiven 360°-Videos in Unterrichtslektionen besser zum Tragen kommt, in denen zum Beispiel das räumliche Vorstellungsvermögen oder das Präsenzgefühl für den Kompetenzerwerb eine zentrale Rolle spielen.