- Forschungsprojekt
Umstieg statt Ausstieg – Förderung des Berufsverbleibs bei Pflegenden
Das Projekt Umstieg statt Ausstieg fördert den Verbleib in der Pflege: Pflegende, die kündigen wollen oder gekündigt haben, werden über eine digitale Plattform mit passenden Organisationen vermittelt. Unterstützt wird das Projekt vom SBK Sektion Bern.
Steckbrief
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Beteiligte Departemente
Gesundheit
Technik und Informatik -
Institut(e)
Pflege
IDAS / Applied Machine Intelligence - Laufzeit (geplant) 01.09.2025 - 30.09.2027
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Projektleitung
Prof. Dr. Christoph Golz
Prof. Dr. Mascha Kurpicz-Briki
Manuela Kocher Hirt -
Projektmitarbeitende
Prof. Dr. Souhir Ben Souissi
Fabienne Josefine Renggli
Ramona Linda Blättler
Jannic Stefan Bieri - Schlüsselwörter Personalmangel, Kündigungsabsicht, Berufsausstieg, Digitale Plattform, Matching, Personalentwicklung
Ausgangslage
Der weltweite Mangel an Pflegepersonal stellt das Gesundheitswesen vor grosse Herausforderungen. Um den künftigen Bedarf an Pflegenden zu decken und eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen, ist es entscheidend, Pflegende im Beruf zu halten. Aktuell fehlen jedoch organisationsübergreifende Massnahmen, um Pflegende mit einer hohen Austrittsabsicht oder erfolgter Kündigung gezielt mit neuen Arbeitgebern zu vernetzen. Dadurch kommt es zu vorzeitigen Berufsausstiegen, die den langfristigen Verbleib von Pflegenden im Schweizer Gesundheitssystem gefährden.
Der SBK Sektion Bern initiiert und finanziert das Projekt und leistet damit einen aktiven Beitrag zur Stärkung des Pflegeberufs. Umgesetzt wird das Projekt in Kooperation mit den Departementen Gesundheit sowie Technik und Informatik der Berner Fachhochschule.
Ziele
Ziel des Projekts ist es, Pflegende mit Kündigungsabsicht und bereits erfolgter Kündigung mittels einer digitalen Plattform bei der Stellensuche zu unterstützen, damit diese langfristig im Beruf bleiben. Dadurch sollen frühzeitige Berufsaustritte von Pflegenden signifikant reduziert werden. Ziel der Plattform ist es, mittels standardisierten Assessment wichtige Anforderungen an neue Arbeitgebenden bei Pflegenden zu identifizieren und diese gezielt mit passenden neuen Arbeitgebenden zu vermitteln.
Vorgehen
Einbindung von Gesundheitsorganisationen
Für die Umsetzung des Projekts werden Gesundheitsorganisationen aus verschiedenen Versorgungsbereichen im Kanton Bern angefragt, die offene Stellen bereitstellen und Mitarbeitende nach Kündigung auf die Plattform aufmerksam machen. Zusätzlich können sich Pflegende aller Gesundheitsorganisationen in der Deutschschweiz, die gekündigt haben oder kündigen wollen, direkt über die Plattform zur Studienteilnahme anmelden.
Datengrundlage und Forschung
Zunächst erfolgt eine Sekundäranalyse der nationalen STRAIN- & STRAIN-2.0-Datensätze, um Stressoren und Merkmale von Pflegenden mit hoher Austrittsabsicht zu identifizieren. Ergänzt werden die Resultate durch Erkenntnisse aus Studien wie SCOHPICA und internationaler Literatur.
Anforderungen und Inhalte
Parallel finden Interviews mit Schlüsselpersonen aus dem Human Resources sowie Fokusgruppen mit Pflegenden statt, um Anforderungen und Erwartungen an die Plattform zu erheben. Darauf aufbauend werden standardisierte Assessmentinstrumente und Organisationsprofile für Jobangebote entwickelt.
Pilotierung und Evaluation
Zur Sicherstellung von Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit wird eine Pilotversion erstellt und iterativ getestet. Die finale Plattform wird rund ein Jahr evaluiert, mit Erhebungen vor Nutzung, vor Stellenantritt und sechs Monate danach. Primäre Zielgrösse ist die Reduktion der Austrittsabsicht, sekundär werden Arbeitszufriedenheit und Verbleib im Beruf erfasst.
Ausblick
Bei Projekterfolg kann die Plattform auf andere Kantone ausgeweitet und weitere Landessprachen integriert werden.
Gemeinsam die Plattform gestalten
Damit die Plattform praxisnah und bedarfsgerecht für Pflegende und Arbeitgeber gestaltet werden kann, braucht es die Erfahrung aus zwei Blickwinkeln: von Entscheidungsträgern in Gesundheitsorganisationen und von Pflegenden selbst.
Kontakt
Haben Sie Fragen zum Projekt oder möchten Sie mehr erfahren? Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail. Das Projektteam setzt sich gerne mit Ihnen in Verbindung.
Wie können Sie sich als Gesundheitsorganisation beteiligen?
Stellenangebote bereitstellen
Organisationen haben die Möglichkeit kostenlos, offene Stellen auf der Plattform zu veröffentlichen und Mitarbeitende aktiv auf das Angebot aufmerksam zu machen.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme per E-Mail. Das Projektteam wird gerne mit Ihnen in Kontakt treten.
Wie können Sie sich als Pflegefachperson beteiligen?
Plattform nutzen und evaluieren
Pflegende, die gekündigt haben oder kündigen wollen, können sich direkt auf der Plattform anmelden. Sie erhalten Zugang zu passenden Stellenangeboten, Beratungs- und Schnuppermöglichkeiten. Gleichzeitig helfen sie mit, die Plattform im Alltag zu testen und weiterzuentwickeln. Sobald die Test-Plattform besteht, werden wir hier den weiterführenden Link einfügen, was ca. Sommer 2026 sein wird.
Erkenntnisse aus Interviews mit Pflegepersonen, HR-Management und Geschäftsleitung
Um die digitale Plattform praxisnah weiterzuentwickeln, führten wir Interviews mit Pflegepersonen sowie Schlüsselpersonen aus HR-Management und Geschäftsleitung durch.
Ziel war es, die Ansprüche und Erwartungen an Inhalte, Nutzung und technische Umsetzung der Plattform zu erfassen. Die Gespräche fanden im November und Dezember 2025 statt und umfassten verschiedene Versorgungssettings, darunter Akutspitäler, psychiatrische Kliniken sowie Langzeit- und Spitex-Organisationen.
Die gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die Weiterentwicklung standardisierter Fragen sowie der Profile für Pflegende und Organisationen ein. Daraus entstanden praxisnahe und bedarfsgerechte Assessments als Bestandteil der digitalen Plattform.
Projektpartner