CARES- Caring & Awareness Work für Sicherheit und Inklusion
Wie entstehen Safe Spaces in öffentlichen Räumen? Das Projekt erforscht die Arbeit von Awareness-Teams auf Festivals an der Schnittstelle von Care und Sicherheit als ästhetische Praxis und leitet daraus praktische Handlungsempfehlungen ab.
Steckbrief
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Beteiligte Departemente
Hochschule der Künste Bern
Wirtschaft - Institut(e) Institut New Work (INW)
- Forschungseinheit(en) People & Organisation
- Strategisches Themenfeld Themenfeld Caring Society
- Förderorganisation BFH
- Laufzeit (geplant) 01.01.2026 - 31.12.2026
- Projektleitung Prof. Dr. Nada Endrissat
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Projektmitarbeitende
Prof. Dr. Yvonne Schmidt
Prof. Dr. Nada Endrissat - Schlüsselwörter care work, awareness-team, caring space, sicherheit, safe space, öffentlicher Raum, inklusion, care aesthetics, ästhetische praxis
Ausgangslage
Sicherheit ist ein Grundbedürfnis in demokratischen Gesellschaften – doch öffentliche Räume sicher und inklusiv zu gestalten, ist komplex. Das Projekt untersucht, welche Praktiken zur Entstehung von „safe spaces“ beitragen. Im Zentrum steht die Arbeit von Awareness-Teams auf Festivals, die präventiv und deeskalierend wirken, um Menschen vor Übergriffen zu schützen. Das Projekt erschliesst ein neues Forschungsfeld an der Schnittstelle von Care, Arbeit und Sicherheit. Es verbindet arbeitssoziologische Perspektiven mit Ansätzen aus Theater- und Performance Studies im Feld der Care Aesthetics, um die wenig erforschte Arbeit von Awareness-Teams zu analysieren. Während die Arbeitssoziologie Einblicke in neue Formen freiwilliger und professioneller Tätigkeit bietet, erschliessen die Performance Studies die ästhetisch-körperliche Dimension dieser Arbeit – verkörpertes Wissen, das Entscheidungen in kritischen Situationen prägt. So wird Caring Work als soziale und zugleich körperlich-ästhetische Praxis sichtbar. Am Beispiel des Buskers Festivals untersuchen wir, wie Akteur*innen Verantwortung für Sicherheit und Inklusion übernehmen und welche Voraussetzungen – von Kooperation mit Security über institutionelle Unterstützung bis zu geteilten Codes und Praktiken – dies ermöglichen. Ziel der Forschung sind Handlungsempfehlungen, wie (öffentliche) Räume nicht nur genutzt, sondern aktiv als Caring Spaces gestaltet werden können, um Solidarität, soziale Inklusion und Fürsorge zu stärken.
Vorgehen
Das Projekt verfolgt einen qualitativen Forschungsansatz, um die Arbeitspraktiken und Erfahrungen von Awareness-Teams in ihrer Tiefe zu erfassen. Geplant sind in der 1. Phase (Jan-Mai) sieben leitfadengestützte Interviews mit freiwilligen und angestellten Mitgliedern von Awareness-Teams in der Schweiz. In der 2. Phase (Juni-Sept) führen wir eine ethnographische Fallstudie des Buskers Festival in Bern durch. Dabei setzen wir auf teilnehmende Beobachtung und Shadowing, um die Interaktionen der Awareness-Teams unmittelbar mitzuerleben. Besonderes Augenmerk gilt den körperlichen Dimensionen dieser Arbeit. Dazu zählt beispielsweise die Analyse, wie embodied knowledge in Entscheidungsprozesse einfliesst, ob interveniert werden muss oder wie körperliche Präsenz oder räumliche Positionierung Sicherheit und Inklusion fördern. Durch diese Methodenkombination können wir sowohl arbeitsorganisatorische Strukturen als auch subjektive Erfahrungen rekonstruieren und in ihrer Verschränkung analysieren. Die Resultate werden in einem Workshop mit Fachpersonen (Pflege, Security, Veranstalter, Stadtplanung etc.) diskutiert.