Digitale Lebensstil-Intervention in der Nachsorge

Entwicklung und Evaluierung einer mobilen Applikation mit den Bereichen körperliche Aktivität, Ernährung und Atmung/Entspannung zur Förderung der Lebensqualität bei Personen mit Lungenkrebs.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Gesundheit
  • Institut(e) Akademie-Praxis-Partnerschaft Insel Gruppe/BFH
  • Strategisches Themenfeld Themenfeld Humane Digitale Transformation
  • Förderorganisation Andere
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2023 - 31.12.2025
  • Projektleitung Prof. Dr. Kai-Uwe Schmitt
  • Projektmitarbeitende Manuel Weber
    PD Dr. Anja Frei
    Prof. Dr. Anja Raab
    Prof. Dr. Milo Puhan
  • Partner Lungenliga Schweiz
    Berner Reha Zentrum
    Zürcher RehaZentren
    Klinik und Pflegezentrum Barmelweid
    Universität Zürich
    Swiss Learning Health System (SLHS)
  • Schlüsselwörter Lifestyle, körperliche Aktivität, Ernährung, Atmung, Entspannung, mHealth, Lungenkrebs, Lebensqualität

Ausgangslage

Lungenkrebs ist die dritthäufigste diagnostizierte Krebsart in der Schweiz. Aufgrund der Symptome, der Krebsbehandlungen und Komorbiditäten leiden betroffene Personen unter einer verminderten körperlichen und psychischen Gesundheit. Dies kann wiederum die Lebensqualität massiv einschränken. Durch körperliche Aktivität, eine bedarfsgerechte Ernährung, sowie Atem- und Entspannungsübungen kann die Lebensqualität von Betroffenen positiv beeinflusst werden. Nach der Entlassung aus der Rehabilitationsklinik oder dem Abschluss einer Krebbehandlung (z. B. Operation) fehlt es jedoch häufig an Unterstützung für die Integration einer gesunden Lebensweise in den Alltag zu Hause. Durch die Digitalisierung ergeben sich neue Möglichkeiten, die die Krebsbetroffenen ermutigen können, Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und ihren Lebensstil zu übernehmen und damit ihre Lebensqualität zu steigern. Dennoch fehlen bei aktuellen digitalen Lösungen mehrheitlich die zielgruppenspezifische Gestaltung sowie die Kombination von mehreren gesundheitsförderlichen Komponenten (Synergieeffekte).

Vorgehen

Innerhalb des Projekts wurde eine mobile Applikation (App) für Personen mit Lungenkrebs nach einem Rehabilitationsaufenthalt oder einer Krebsbehandlung entwickelt. Die Schwerpunkte der Plattform liegen in den Bereichen körperliche Aktivität, Ernährung und Atmung/Entspannung. Bei der Entwicklung der Plattform orientierte man sich an einem partizipativen Entwicklungsansatz (Co-Creation). Um die Wirksamkeit der App zu untersuchen, wurde eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie (RCT) durchgeführt. Teilnehmende Personen mit Lungenkrebs wurden zufällig zu der Interventionsgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Die Interventionsgruppe erhielt Zugang zu der App und nutzt diese während 12 Wochen. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich die Standardversorgung. Der primäre Outcome war die Lebensqualität. Sekundäre Outcomes sind unter anderem körperliche Aktivität, Appetit, Risiko einer niedrigen Proteinzufuhr, psychischer Distress und Fatigue. In der Interventionsgruppe wurden zusätzlich implementierungsbezogene Faktoren wie z. B. Benutzerfreundlichkeit und Erfahrungen mit der App sowie die Akzeptanz der Intervention untersucht.

Ergebnisse

20 Teilnehmende wurden in die Studie eingeschlossen. Nach drei Monaten berichteten beide Gruppen über eine bessere allgemeine Lebensqualität. Teilnehmenden, die die App nutzten, verbesserten ihre körperliche Fitness mehr als diejenigen, die die Standardversorgung erhielten. Sie berichteten auch über eine konsequentere Steigerung ihrer körperlichen Aktivität. Andere Ergebnisse, wie Müdigkeit, Appetit oder psychisches Wohlbefinden, unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Die Teilnehmenden bewerteten die App als benutzerfreundlich, zweckmässig und hilfreich.

Ausblick

Es handelte sich um die erste Studie, in der ein digitales Lifestyle-Programm speziell für Lungenkrebsüberlebende untersucht wurde. Allerdings hat nur eine kleine Anzahl von Personen an dieser Studie teilgenommen, so dass die Ergebnisse zwar wichtige Erkenntnisse liefern, aber noch nicht ausreichen, um die die Wirksamkeit des Programms zu belegen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Programme durchführbar sind, dass sie die körperliche Fitness verbessern können und dass sie eine Struktur und Anleitung für die Aufrechterhaltung gesunder Gewohnheiten bieten können. Nun sind größere Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen