Alumni im Fokus

  • Bachelor of Science in Betriebsökonomie (Business Administration)

Porträt Michael Koch

«Etwas Neues aufzubauen, etwas zu bewegen, hat mich immer schon fasziniert.» Michael Koch ist einer der 3 Gründer von HYLL. Über die kostenlose App von Hyll können Wintersportler ihre Ausrüstung und ihren Skipass buchen und anschliessend im Sportgeschäft im Skigebiet abholen – ganz ohne Anstehen. Der Betriebsökonom erklärt im Interview, wie sich das Start-up entwickelt hat.

Michael Koch, CEO Hyll

Was hast du an der BFH studiert? Wann hast du dein Studium abgeschlossen?
BSc in Betriebsökonomie. Abschluss 2018. HAMK Business Administration 2018 (Double Degree).

Was hast du aus dem Studium an der BFH mitgenommen?
Während meines Double-Degrees in Finnland durfte ich die Vertiefung Entrepreneurship besuchen. Dabei feilte ich während 6 Monaten projektbezogen an einer Startup-Idee und konnte das gesamte Netzwerk der Hochschule nutzen. Auch wenn ich das Projekt im Anschluss nicht weiterverfolgt habe, konnte ich dabei vieles lernen.

Was hat dir rückblickend während deiner Studienzeit an der BFH gefehlt?
Vorbilder und Inspiration. Die Dozierenden, von denen ich lernen durfte, waren eher vom Typ «Corporate» als vom Typ «Unternehmer / Startup». Das ist nichts negatives, sondern eine persönliche Präferenz.

Das Start-up Hyll, welches du mitgegründet hast, verspricht die «schnellste Ski-Miete der Welt». Was steckt dahinter?
Aktivitäten auf dem Berg faszinieren uns. 1 Tag auf dem Berg fühlt sich an wie Urlaub. Zeitgleich ist der Weg dorthin leider aufwändig – insbesondere im Wintersport. Bevor ich meinen Skitag geniessen kann, schlage ich mich mit dem Transport von Ausrüstung sowie Warteschlangen herum. HYLL existiert, um den Zugang zum Bergsport zu vereinfachen, damit wir alle dieses Freiheitsgefühl öfters erleben können. Unsere Nutzer reservieren ihre Ausrüstung und ihren Skipass über unsere kostenlose App. Noch bevor sie im Skigebiet ankommen, steht alles voreingestellt für sie bereit. 2 Minuten nach ihrer Ankunft halten sie somit Skiausrüstung und Skipass bereits in der Hand – ganz ohne Anstehen und ohne Frust.

Wie hat sich das Unternehmen bisher entwickelt?
Wir sind sehr happy, wie sich HYLL entwickelt. In der letzten Wintersaison konnten wir unseren Service in Grindelwald testen. Aufgrund des Erfolges ist es uns gelungen, Partnerschaften mit namhaften Unternehmen abzuschliessen. HYLL können wir in der aktuellen Wintersaison bereits in allen grossen Skigebieten der Schweiz anbieten.

War der Weg in die Selbstständigkeit schon immer dein Ziel?
Etwas Neues aufzubauen, etwas zu bewegen, hat mich immer schon fasziniert.
Ausserdem reizt mich der absolute Kundenfokus – sich immer wieder die Frage zu stellen: Wie können wir unsere Nutzer, unsere Community begeistern?

Wie sieht deine aktuelle berufliche Tätigkeit aus?
Ich bin einer der 3 Gründer von HYLL. Nebst meinen beiden Mitgründern ist unser Team bereits auf 8 tolle Mitarbeitende angewachsen. Es ist unser Ziel mit HYLL einen Brand aufzubauen, der die Menschen inspiriert nach draussen zu gehen, etwas zu erleben. Dies wird unsere Mission über die nächsten Jahre sein.

Bist du Mitglied in einer Alumni-Organisation? Was ist für dich ein Mehrwert der Alumni-Arbeit an Hochschulen?
Ich weiss es nicht. Vermutlich nicht. Der Mehrwert wäre unbestritten, aber für den Aufbau von HYLL brauchen wir jede Sekunde, die wir kriegen können – da muss man sehr restriktiv sein mit weiteren Beschäftigungen.

Welchen Rat gibst du künftigen und aktuellen Studierenden mit auf den Weg?
Entwickelt euch auch nebst dem Studium weiter. Wenn ihr eine Passion oder eine Idee hat, legt sofort los. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird sich dadurch kein neues Facebook entwickeln – aber mit noch grösserer Wahrscheinlichkeit lernt ihr viel mehr, als man das in der Theorie je könnte. Dafür bin ich dankbar. Ein Studium abzuschliessen ist wichtig – aber nur ein Puzzlestück für eine erfolgreiche Zukunft.

Was machst du in deiner Freizeit?
Ich lebe für unsere Vision. Durchatmen und Erholen kann ich am Besten in den Bergen, beim Winterport, Biking, Canyoning, Climbing, etc. “Beruf” und Freizeit vermischt sich da – und das ist toll so.

 

Weitere Informationen
www.hyll.com
Beitrag in Solothurner Zeitung vom 12.2020
 

 

(Stand des Interviews: November 2020)