Wie Design die Privatsphäre in Asylzentren verbessern kann

01.05.2026 Die Gebert Rüf Stiftung bewilligt für das Projekt «Design for Dignity» die dritte Phase: EXECUTE. In den nächsten neun Monaten setzt die Projektleiterin Violetta Dyka die Markteinführung des modularen Schutzssystems um.

In Asylzentren ist oft wenig Platz für den einzelnen Menschen. Mit einfachen, nachhaltigen und kostengünstigen Mitteln möchte ein Projekt der HKB am Institute of Design Research den Bewohner*innen mehr Privatsphäre ermöglichen. So soll ein neu entwickeltes modulares Sicht- und Geräuschschutzssystem, das sich leicht bei jedem Schlafplatz installieren lässt, zu einer höheren Lebensqualität und einem besseren psychischen Wohlbefinden beitragen.

Zum modularen Schutzsystem inspiriert hatte Violetta Dyka, wie Geflüchtete Textilien nutzen, um provisorische Abtrennungen auf engstem Raum zu schaffen. Nach eigenen Recherchen und zahlreichen Interviews mit Menschen mit Fluchterfahrung entwarf Dyka erste Designs. Anschliessend führte sie mit ihrem Projektpartner, dem Swiss Center for Design and Health SCDH, umfangreiche Design- und Materialstudien durch. Basierend darauf entstanden fünf Prototypen, die bei Schlafplätzen sowohl visuellen als auch akustischen Schutz bieten. Eine Auswahl von Prototypen wurde weiterentwickelt, in einer Pilotserie hergestellt und im März 2026 getestet. Der am besten evaluierte Prototyp soll nun in der von der Gebert Rüf Stiftung finanzierten Projektphase EXECUTE für den Markt produziert, eingeführt und dann käuflich erhältlich sein.

Violetta Dyka studierte im Master Design Entrepreneurship an der HKB und stammt aus der Ukraine.

Das Projektteam von Design for Dignity steht in einer Werkstatt. Insgesamt sind drei Personen zu sehen.
Das Projektteam von Design for Dignity. Von links nach rechts: Tamara Tremonte, Violetta Dyka, Manuel Balzarek (SCDH). Foto: SCDH

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