- News
Echter Mehrwert: Generative KI menschen- und teamorientiert einsetzen
20.03.2026 Wie schafft Generative Künstliche Intelligenz einen echten Mehrwert für Organisationen – ohne Hype? Antworten auf diese Frage lieferten Expert*innen der BFH im Gespräch mit Vertreter*innen aus der Wirtschaft.
Das Wichtigste in Kürze
-
Rund 70 Teilnehmende lernten, wie Generative KI praxisnah eingesetzt wird.
-
Beispiele zeigen klaren Nutzen: schnellere Bauprüfung und Störungsanalyse.
-
Der Mensch bleibt zentral für Steuerung und Entscheidungen.
-
Wichtig sind Experimente, klare Use Cases und schnelle Umsetzung.
Das Thema stiess auf grosses Interesse: Rund 70 Wirtschaftsvertreter*innen und Verwaltungsfachleute wollten wissen, wie Generative KI gemäss Einladung «praktisch, effizient und menschenzentriert» genutzt werden kann
Zweimal pro Jahr haben Interessierte dank dieses kompakten Formats der BFH die Chance, praxisnahe Impulse zu Themen der digitalen Transformation zu erhalten. Initiantin des Anlasses ist Sarah Dégallier-Rochat, Leiterin des strategischen Themenfelds für Humane Digitale Transformation an der BFH. «Das Ziel des BFH Business Breakfasts ist es, anhand von Praxisbeispielen aufzuzeigen, wie menschenzentrierte Ansätze zur Digitalisierung erfolgreich umgesetzt werden können», so Dégallier-Rochat.
Forschungsinput zur Vorprüfung von Baugesuchen
Zum Auftakt gab es zwei Keynotes von BFH-Experten. Marcel Gygli vom Institut Public Sector Transformation präsentierte ein Proof-of-Concept, das Generative KI nutzt, um Baugesuche vorzuprüfen.
Dabei werden relevante Stellen im Gesuch identifiziert und die Verwaltungsmitarbeitenden beim Verfassen ihrer Stellungnahmen unterstützt. Standardisierte Elemente des Baugesuchs – wie Checkboxen – werden zwecks automatisierter Auswertung im Large Language Model (LLM) mit spezifischen Prompts konfiguriert. Zudem werden im LLM Regeln implementiert für verschiedene Situationen, die dann beim richtigen Team der Behörde eine Stellungnahme auslösen.
Letzten Endes werden die Vorschläge der KI im Überarbeitungsmodus im finalen Bericht angezeigt und können von den Mitarbeitenden angenommen oder abgelehnt werden.
Effiziente Störungsanalyse in maschineller Produktion
Wie man die bisher aufwändige, manuelle Datensammlung und -analyse zu Störungen im maschinellen Produktionsprozess umgehen kann, zeigte Jürgen Vogel von der BFH auf. Der Leiter Studiengang Data Engineering des Departements Technik und Informatik stellte die Fallstudie eines Masterstudenten zu einem KI-Chatbot vor.
Dieser analysiert mittels Retrieval Augmented Generation (RAG), wann und warum Maschinen in der Produktionskette eines Unternehmens ausfallen (MES-Downtime). Interne Daten aus verschiedenen Quellen der Produktion werden aggregiert und in umsetzbare Erkenntnisse umgewandelt. So steigert der KI-Chatbot die Effizienz, reduziert Kosten und erhöht die Transparenz im Smart Manufacturing.
Via ein eigens entwickeltes User-Interface greifen die Mitarbeitenden auf die Daten zu und erhalten rasch schlüssige Antworten. Erste Tests mit den Benutzenden zeigen, dass das Modell sowie das Frontend überzeugen und die richtigen Störungsinformationen in wenigen Sekunden gefunden werden. In der Praxis dauert dies heute im Schnitt 2-3 Tage.
Impressionen
Fotos: SIPBB Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Wertvolle Blicke hinter die Kulissen des Business
Frédéric Chautems (Swisscom), Pascal Hug (Abacus), Marc Müller (VerticalData) und Mattia Schaer (Beckhoff) bestritten das anschliessende Podiumsgespräch. Betont wurde von allen Rednern, dass der Mensch ein zentraler Erfolgsfaktor in unternehmerischen Prozessen bleiben wird. Abläufe, die mit Generativer KI automatisiert und beschleunigt werden, benötigen nach wie vor «den Loop» über den Menschen, der denkt, konzipiert und steuert.
Die Experten plädierten für ein experimentierfreudiges Mindset und empfahlen, sich KI-Lösungen schrittweise anzunähern anhand gut fassbarer Anwendungsfälle. Wichtig ist laut den Exponenten aber auch, die Use Cases möglichst bald in Business Cases zu überführen.
Vertiefung in Workshops
Im Anschluss an Keynotes und Podium fanden zwei Workshops statt, die den Teilnehmenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit Blick auf ihre konkreten Herausforderungen im Geschäftsalltag ermöglichten.
Das nächste BFH Business Breakfast thematisiert die digitale Souveränität von Organisationen und findet am 22. Oktober 2026 im Zentrum für Innovation und Digitalisierung (ZID) in Bern statt.
CHF 10'000 für Ihr Projekt
Das strategische Themenfeld Humane Digitale Transformation unterstützt innovative, anwendungsorientierte Projekte mit Fachwissen und Unterstützungsleistungen im Wert von bis zu 10.000 CHF. Die Förderung ist Projekten vorbehalten, die den Menschen in den Mittelpunkt der digitalen Transformation stellen. Anmeldefrist: 13. Mai 2026.