- Fachveranstaltung
TRANSFORM 2026 Digital Public Infrastructure
Am Dienstag, 5. Mai 2026 treffen sich im Rahmen der jährlich stattfindenden Konferenz TRANSFORM Teilnehmende und Referierende aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zum Thema «Digital Public Infrastructure».
05.05.2026, 9.00–17.00 Uhr – Rathaus Bern, Rathausplatz 2
Packende Referate im Grossratssaal und spannende Perspektiven beim Austausch in den Pausen: Das ist die TRANSFORM. An der jährlichen Konferenz befassen sich Fachpersonen aus Verwaltung, Wissenschaft, Privatwirtschaft sowie dem nahen Ausland mit aktuellen Themen zum digitalen Wandel in der Verwaltung.
Wie verändern digitale Souveränität und digitale öffentliche Güter die öffentliche Infrastruktur? Wie nah ist die Schweiz an einer funktionierenden e-ID und wie sieht es mit dem elektronischen Gesundheitsdossier und der Mobilitätsdateninfrastruktur aus? Am Dienstag, 5. Mai 2026 findet im Berner Rathaus die TRANSFORM 2026 statt. Unter dem Motto «Digital Public Infrastructure» beleuchten hochkarätige Referent*innen aus dem In- und Ausland Themen rund um Open Source, Digital Public Goods, Vertrauensinfrastruktur, Linked Data, digitaler Briefkasten und vieles mehr.
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Aufzeichnungen
Die TRANSFORM wird jeweils aufgezeichnet. Hier finden Sie alle Beiträge der TRANSFORM 2025:
Speaker
Programm
| Zeit | Thema |
|---|---|
| 09:15 |
Begrüssung & Einleitung
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| 09:20 |
Referate Block 1:
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| 10:40 | Pause |
| 11:10 |
Referate Block 2:
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| 12:10 | Diskussionsrunde zur digitalen Identität in der Schweiz |
| 12:30 | Mittagspause |
| 14:00 |
Referate Block 3:
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| 15:20 | Pause |
| 15:50 |
Referate Block 4:
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| 16:40 |
Reflektion des Tages & Fazit
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| 16:50 | Apéro |
Referate
Open Source - Schlüssel zu Souveränität in der digitalen öffentlichen Infrastruktur
Die Keynote arbeitet heraus, dass sich staatliche Souveränität heute in der Fähigkeit der Kontrolle von Software, Daten und digitaler Infrastruktur ausdrückt und nicht mehr nur an der Durchsetzung von Recht und Ordnung oder militärischer Stärke. Abhängigkeiten von proprietären, insbesondere außereuropäischen, Anbietern gefährden neben staatlicher Autonomie auch Innovationskraft und wirtschaftliche Wertschöpfung. Open Source schafft hingegen Transparenz, reduziert Lock-in-Effekte und stärkt Wettbewerb sowie technologische Eigenständigkeit. Am Beispiel Schleswig-Holsteins wird aufgezeigt, dass eine konsequente Open-Source-Strategie Kosten sparen hilft, die regionalen Ökosysteme stärkt und die Verwaltung resilienter macht. Die Botschaft der Keynote ist klar: Europas digitale Zukunft braucht technologische Gestaltungsmacht – und die basiert auf Open Source.
Open Source als Schlüssel zur Souveränität in der digitalen öffentlichen Infrastruktur
In seiner Keynote an der TRANSFORM 2026 wird der Digitalisierungsminister aus Schleswig-Holstein, Dirk Schrödter, über Open Source als Basis der digitalen öffentlichen Infrastruktur referieren. Im Interview mit Matthias Stürmer zeigt er die Chancen und Herausforderungen im Hinblick auf digitale Souveränität.
How Digital Public Goods are Transforming the Way Countries are Building Digital Public Infrastructure
Digital public goods (DPGs) are open-source software, open data, open content, and open AI systems that incorporate best practices and do-no-harm principles. Their growing use in DPI reflects a recognition that digital systems must be interoperable, transparent, and support digital sovereignty. This keynote explores how DPGs are enabling digital cooperation amidst rapid geopolitical change and actionable insights for those seeking to steward foundational country digital transformation processes.
Wie digitale öffentliche Güter die öffentliche Infrastruktur verändern
In ihrer Keynote an der TRANSFORM 2026 wird Liv Marte Nordhaug, CEO des Digital Public Goods Alliance Secretariat, über digitale öffentliche Güter (DPGs) als Grundstein der digitalen öffentlichen Infrastruktur referieren. Im Interview mit Matthias Stürmer zeigt sie das Potenzial und die Erfolge von DPGs auf.
How digital public goods are transforming public infrastructure
In her keynote speech at TRANSFORM 2026, Liv Marte Nordhaug, CEO of the Digital Public Goods Alliance Secretariat, will speak about digital public goods (DPGs) as the cornerstone of digital public infrastructure. In this interview with Matthias Stürmer, she highlights the potential and achievements of DPGs.
Daniel Markwalder
Delegierter des Bundesrates für Digitale Transformation und IKT-Lenkung bei Schweizerische Eidgenossenschaft
Was bedeutet digitale öffentliche Infrastruktur für den Bund und welchen Stellenwert hat sie in Bezug auf die digitale Souveränität?
Welche Rolle übernimmt der Staat für öffentliche Infrastrukturen zugunsten der Gesellschaft und Wirtschaft? Diese Frage wird seit der Gründung des modernen Bundesstaates immer wieder gestellt – und der Umgang damit prägt die Schweiz beispielsweise mit dem Bahn- und Stromnetz bis heute. Der Staat kann regulieren, finanzieren oder selber betreiben. Je nach historischer Epoche, geopolitischer Entwicklung, wirtschaftlicher Dynamik, gesellschaftlichem Wandel und politischer Überzeugung gehen die Antworten in eine andere Richtung. Wo sind Parallelen und Unterschiede von heute zur Situation beim Aufbau der klassischen Infrastrukturen im 19. und 20. Jahrhundert? Wo steht der Staat heute punkto digitaler Infrastruktur? Und welche Fragen stellen sich zur Rolle des Staates speziell in Bezug auf digitale Souveränität? Diese Aspekte beleuchtet der Delegierte des Bundesrates für digitale Transformation und IKT-Lenkung, Daniel Markwalder.
Sandra Tobler
Gründerin und Verwaltungsratspräsidentin von Futurae Technologies AG, Vorstandsmitglied DIDAS & Mitglied Steuerungsausschuss der Nationalen Cyberstrategie (NCSC)
Vertrauen in der digitalen Schweiz der Zukunft
Eine Perspektive einer Unternehmerin, wie zukunftsfähige digitale Dienste für Menschen in Zukunft gebaut und gelebt werden können. Welche Bausteine braucht es für erfolgreiche, resiliente Infrastruktur? Die digitale Identitäts- und Vertrauensinfrastruktur gilt dabei als Grundlage für eine Vereinfachung für Menschen über alle Sektoren hinweg und verbindet physische mit digitalen Diensten. Das Referat spannt auch den Bogen zu anderen internationalen digitalen Identitätsprojekten und vergleicht sie mit dem Schweizerischen Ansatz. Die DIDAS setzt sich dabei im Ökosystem für eine erfolgreiche Adoption der digitalen Identität und breite Anwendungsfälle ein.
e-ID und Vertrauensinfrastruktur: Stand der Arbeiten und Ausblick
Das e-ID-Gesetz soll am 1. Dezember 2026 in Kraft gesetzt werden. Damit kann die e-ID ausgestellt und die Vertrauensinfrastruktur in Betrieb genommen werden. Das Referat gibt Auskunft, welche Arbeiten noch anstehen, um Sicherheit und Barrierefreiheit zu gewährleisten und wie das Ökosystem für digitale Nachweise von Behörden und der Wirtschaft aufgebaut werden kann.
Vom PoC zum Ökosystem: Zuger Erfahrungen mit der digitalen ID
Ab dem 1. Dezember 2026 führt die Schweiz eine elektronische Identität ein. Die Stadt Zug beschäftigt sich seit fast zehn Jahren mit der Frage, wie digitale Identitäten für Bevölkerung und Verwaltung echten Mehrwert schaffen können. Nach einem frühen Blockchain-Pilotprojekt 2017, das technisch innovativ, aber wenig alltagstauglich war, entstand daraus die heute in allen Gemeinden genutzte Smart-Government-Plattform eZug. Das Beispiel zeigt, wie Zug durch Pragmatismus, Mut, Lernbereitschaft und iterative Entwicklung den Boden für das nationale Ökosystem elektronischer Nachweise bereitet.
Elektronisches Gesundheitsdossier – Neustart in die digitale Zukunft
DigiSanté steht für die digitale Transformation des Gesundheitswesens – als Teil der digitalen öffentlichen Infrastruktur. Das Herz von DigiSanté ist die kluge und sichere Vernetzung der unterschiedlichen digitalen Systeme im Schweizer Gesundheitsdatenraum. Damit Gesundheitsdaten zukünftig nur noch einmal erfasst – aber mehrfach genutzt werden können. Im Fokus des Referats steht das neue, elektronische Gesundheitsdossier. Damit hat jeder Einwohner, jede Einwohnerin in der Schweiz einen direkten Zugang auf seine persönlichen Gesundheitsdaten.
Mobilitätsdaten an der Schnittstelle zwischen Menschen, Organisationen und Technologie
Ohne Daten geht heute in der Mobilität kaum noch etwas. Mit der Mobilitätsdateninfrastruktur des Bundes (MODIG) eröffnen sich voraussichtlich ab 2028 neue Möglichkeiten, um den Datenaustausch zwischen verschiedenen Akteuren in der Mobilität zu vereinfachen. Zugleich sind die Datensouveränität und Handlungsfähigkeit des Staates sowie der schweizerischen Unternehmen zu erhalten und die vorhandenen (Innovations-)Potenziale zu nutzen. Der Bund muss sich dabei wandeln: von einem «Besteller» zu einem Auftraggeber mit unternehmerischer Verantwortung und betrieblichem Bewusstsein. Schaffen wir es, die privaten und öffentlichen Akteure für den «Mehrwert aus der Datenbereitstellung und Vernetzung» zu gewinnen und mit zeitgemässen Datenprodukten und Services (sog. Data Space Offerings) zu überzeugen?
Linked Data On-Air: Die LINDAS Datenplattform als öffentliche Infrastruktur
Der Linked-Data-Service LINDAS erlaubt Verwaltungsstellen, ihre Daten als maschinenlesbare Graphen zu veröffentlichen. Damit schafft LINDAS eine zentrale Voraussetzung für eine moderne, digitale und zunehmend auch KI-gestützte Verwaltung. Daten können durch diese digitale öffentliche Infrastruktur einfacher geteilt, kombiniert und wiederverwendet werden, wodurch Interoperabilität, Effizienz und Transparenz verbessert werden. Gleichzeitig stärkt der Einsatz offener, international etablierter Standards die digitale Souveränität und reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern. Auch aus archivischer Sicht bietet Linked Data wesentliche Vorteile, insbesondere im Hinblick auf langfristige Nachvollziehbarkeit, Kontextualisierung und nachhaltige Sicherung von Informationen.
Martin Wegmüller & Thomas Fischer
Leiter Digital Public Solutions bei der Schweizerischen Post & Stv. Leiter Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern
Digital Public Infrastructure der Zukunft: Einführung des digitalen Briefkastens beim Kanton Bern
Der Service public wird digital – auch bei der Post. Seit April 2026 ist der Digitale Brief Teil der Grundversorgung – ein neues Beispiel für die digitale öffentliche Kommunikationsinfrastruktur der Schweiz.
Der Kanton Bern zeigt exemplarisch, was es braucht, um einen digitalen Briefkasten einzuführen, welchen Mehrwert er für Behörden und Bevölkerung schafft und wo der Kanton noch Herausforderungen sieht.
Collaboration as Infrastructure
In der Schweiz sind wir gut darin, 27 verschiedene Lösungen zu entwickeln. Das ist teuer, ineffizient und führt oft zu Abhängigkeiten. In seinem Vortrag geht Florin Hasler der Frage nach, wie der Föderalismus vom Klotz am Bein zum Katalysator der digitalen Schweiz werden kann und welche Rolle Prototyping, offene Ökosysteme und verbindliche Standards dabei spielen könnten.
Steckbrief
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Startdatum
05.05.2026, 9.00–17.00 Uhr
In Kalender eintragen - Ort Rathaus Bern, Rathausplatz 2
- Anmeldefrist 28.04.2026
- Kosten Normal: 450 CHF | Verwaltung & Vereine: 380 CHF | Studierende: 120 CHF (auf Anfrage & mit Nachweis)