Porträt Sandra Portmann

Porträt Sandra Portmann

MSc in Sozialer Arbeit, 2018

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Was hast du an der BFH studiert? Wann hast du dein Studium abgeschlossen?
Master in Sozialer Arbeit, 2018.

Was hast du aus dem Studium an der BFH mitgenommen?
Das Hinterfragen der Quellen und der Studienergebnissen sind zentral. Und: Kompetenz (Wissen, Können) und Macht müssen bei Sozialarbeitenden in einem ausgewogenen Verhältnis sein. Ausserdem hat mir ein Auslandsaufenthalt in Berlin gezeigt, dass die Soziale Arbeit und ihr Auftrag ganz anders verstanden werden können.

Was hat dir rückblickend während deiner Studienzeit an der BFH gefehlt? 
Ich hätte gerne einen längeren, intensiveren Austausch mit den Mitstudierenden gepflegt. Oft hatten wir nur während einem Semester den gleichen Kurs.

Wie sieht deine aktuelle berufliche Tätigkeit aus? 
Ich bin einerseits als Sozialarbeiterin in der wirtschaftlichen Sozialhilfe tätig. Dabei geht es nebst den ökonomisch prekären Verhältnissen oft auch um den Druck eine Arbeitsstelle zu finden und meist auch um weitere – beispielsweise gesundheitliche – Probleme.

Daneben arbeite ich als Berufsbeiständin und muss meist das Vermögen und die Einnahmen verwalten. Da ist oft Verhandlungsgeschick gefragt, weil die Wünsche die finanziellen Möglichkeiten übersteigen.

Was fasziniert dich an deinem Beruf/deiner Tätigkeit im Bereich der Sozialen Arbeit?

Mich interessiert es, die unterschiedlichen Lebensrealitäten mit ihren Problemen und Werten/Normen kennen zu lernen.

Was war auf deiner beruflichen Laufbahn dein prägendstes Ereignis?
Meist sind es die «kleinen» Dinge. Wenn es gelingt, eine gute Zusammenarbeitsbasis mit den verschiedenen involvierten Personen aufzubauen, ist dies ein grosser Erfolg.

Bist du Mitglied in einer Alumni-Organisation? Was ist für dich ein Mehrwert der Alumni-Arbeit an Hochschulen?
Nein, aber ich habe es mir fest vorgenommen. Den Mehrwert sehe ich in den Gelegenheiten, ein berufliches Netzwerk aufzubauen und zu pflegen, sowie interessante Input-Referate geboten zu bekommen.


Welchen Rat gibst du künftigen und aktuellen Studierenden mit auf den Weg?
Die Unterscheidung zwischen legal und legitim ist elementar. Es gibt Gesetze, welche zwar durch demokratische Prozesse legitimiert sind, aber dennoch illegitim sind, weil sie beispielsweise gewisse Personengruppen prekarisieren oder ausschliessen. Abschreckend können hier die Kindswegnahmen und administrativen Verwahrungen von Fahrenden, «Arbeitsscheuen», Alkoholabhängigen oder «liederlichen» Frauen aufgezählt werden, bei welchen die Fürsorgebehörden als Vorläufer der Sozialen Arbeit entscheidend mitgewirkt haben.

Oder aktueller: Wenn heute bereits bekannt ist, dass die Ernährung der Kinder aus armutsbetroffenen Familien so schlecht ist, dass spätere gesundheitliche Störungen zu erwarten sind, frage ich mich, ob weitere Kürzungen in der Sozialhilfe noch legitim sind.

Was machst du in deiner Freizeit?
 
Wandern, kochen, lesen. Und ich mache als Feministin meine Umwelt auf strukturelle, geschlechterbezogene Ungerechtigkeiten aufmerksam.

 

 

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