Porträt Simon Czendlik

Porträt Simon Czendlik

Bachelor of Sciences in Forstwirtschaft, 2009    

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Wie sieht deine aktuelle berufliche Tätigkeit aus?
Ich bin heute Inhaber einer kleinen Dienstleistungsunternehmung mit 17 Mitarbeitenden und biete mit dieser Unternehmung mit Franchisepartnern Dienstleistungen für Tablets, Smartphones und Notebooks an.  Des weiteren vertreiben wir Handelswaren über e-Commerce Plattformen mit einer kleinen Handelsunternehmung. Ein weiterer Betriebszweig sind IT-Dienstleistungen, welche wir in der Schweiz und über Offshore Anbieter im Ausland für eine internationale Kundschaft anbieten. Alumni der BFH erhalten 5% Rabatt auf sämtliche Tablet-, Smartphone- und Mac-Reparaturen in einer unserer 15 Niederlassungen von MobileRevolution GmbH bzw. 10% Rabatt auf sämtlichen Produkten im Onlineshop von SupplyRevolution.

Durch den Einsatz von neuen Technologien und schlanker Strukturen war es mir und meiner Frau und zwei Kindern möglich die letzten 4.5 Jahre auf den Philippinen ein Aufforstungsprojekt zu begleiten und gleichzeitig in der MobileRevolution weiter zu arbeiten. Seit unserer Rückkehr im Mai 2016 in die Schweiz leitet meine Frau die Unternehmung und ich arbeite nur noch Teilzeit in der MobileRevolution und bin massgeblich in strategischen Belangen tätig. Da ich den Forstingenieur nie ganz hinter mir gelassen habe und mir die Abwechslung von IT/Technologie und einer geerdeten sowie bodenständigen Branche wie der Forstwirtschaft gefällt, leite ich seit August 2016 ein grösseres Forstrevier. Die Forstwirtschaft hat grosses Potential und hat mehr zu bieten als oft wahrgenommen wird. Auch hier lassen sich spannende Projekte umsetzen, welche mich reizen. Hier Neuland zu betreten und auch unternehmerisch agieren zu können haben mich gereizt, weshalb ich mich dazu entschieden habe hier nochmals in ein Angestelltenverhältnis zu treten, jedoch mit sehr viel Freiräumen.

 

Was ist für dich der Mehrwert einer Alumni-Mitgliedschaft?
Networking und die daraus resultierende Inspiration für neue Ideen

 

Was hast du aus dem Studium an der BFH mitgenommen?
Man lernt nie aus! Hungrig bleiben nach mehr und besonders interdisziplinäre Herausforderungen annehmen, besonders auch dann wenn es heisst die Komfortzone zu verlassen.


Was hat dir rückblickend während deiner Studienzeit an der BFH gefehlt?
Entrepreneurship wurde in meinen Augen zu klein geschrieben. Die damit verbundenen Risiken und Herausforderungen wurden grösser gemacht als die vielen spannenden Komponenten einer Selbstständigkeit als Unternehmer.


Welchen Rat gibst du künftigen und aktuellen Studierenden mit auf den Weg?
Immer kritisch sein! Und Dinge verfolgen, welche das Herz begehrt also bspw. auch nicht etwas studieren, weil es soziokulturelle Normen vorschreiben oder eine Branche Sicherheit verspricht. Oft stelle ich fest, dass Menschen ihr Potential an Orten verschwenden ohne sich voll für eine Sache zu entfalten, für welche Sie „brennen“. Man ist als Mensch effektiver, wenn man wirklich glücklich ist bei dem was man tut. Viele bestrafen sich und ihr Umfeld selber in dem sie sich nicht trauen auszubrechen.


Wie bist du zu deinen Start-ups MobileRevolution und SupplyRevolution gekommen und wie hat es sich entwickelt?

Noch während dem Studium habe ich aus reiner Neugier damit begonnen Spielkonsolen zu reparieren, da eine spezifische Konsole Produktionsfehler aufwies und die Fehler relativ einfach zu beheben waren. Nachdem das iPhone auf den Markt kam, bot ich zusätzlich Glasreparaturen an. Mit diesem Angebot schien ich einen Nerv getroffen zu haben und habe 6 Monate später neben der Niederlassung in Zollikofen noch eine weitere in St.Gallen und eine in der Region Basel eröffnet.


War der Weg in die Selbstständigkeit schon immer dein Ziel?
Nein überhaupt nicht. Erst als ich nach etwas Reflexion festgestellt habe, dass mir die Selbständigkeit mehr gibt als ein Angestelltenverhältnis und ich wirklich glücklicher bin beim selbständigen Lösen von Problemen und meistern von Herausforderungen, welche nicht selbstbestimmt sind.


Was war auf deiner beruflichen Laufbahn dein prägendstes Ereignis?
Der Moment als ich feststellen durfte, dass weniger manchmal mehr ist. Auf den Philippinen mit – nach unserem Verständnis nach - armen Reisbauern zusammen zu sitzen nach einer eintägigen Pflanzaktion über 100 ha und dafür kein Gehalt, aber die Gewissheit haben zu dürfen, dass ich mit meiner Arbeit einen Unterschied bewirke war sehr stark und hat mich glücklich gemacht. Ein hohes Gehalt oder Anerkennung waren in dem Moment für mich weniger wichtig als die Dankbarkeit der Bauern und das Gemeinschaftsgefühl zu versprühen. In dem Moment hat es bei mir nochmals „klick“ gemacht und ich durfte erkennen das wirklich wahre Zufriedenheit selten etwas mit unseren westlichen Massstäben zu tun hat, weil wir nicht ehrlich genug zu uns selber sind.

 

Was machst du in deiner Freizeit?
MobileRevolution und SupplyRevolution. Das tönt etwas schräg, aber für mich ist mein Hobby der Beruf. Ich liebe es für meine Unternehmungen zu arbeiten – am liebsten zusammen mit meiner Frau. Mit ihr habe ich eine geniale Partnerin, die am selben Strick zieht und mich immer aufs Neue herausfordert neue unbestrittene Wege zu gehen. Natürlich verbringe ich auch sehr gerne Zeit mit meinen Kindern. Dabei trifft man mich mit meinem Sohn (12) auf der Downhill-Strecke und mit meiner Tochter bastle ich gerne Dinge, da sie eine enorme kreative Ader hat und jeden Tag neue Dinge schafft. Dies inspiriert mich selber und treibt mich dazu an selber Dinge zu schaffen.


Wo fährst du am liebsten in die Ferien?
An Orte, wo ich noch nie war und es Neues zu entdecken gibt. Der Reiz des Unbekannten zieht mich immer wieder an. Ich probiere sehr gerne Neues aus. Schon sehr sehr lange steht Papua Neuguinea auf meiner Liste. Ich hoffe dies lässt sich bald realisieren. Auf unserer Heimreise von den Philippinen hat es leider nur für Taiwan, China, Japan und Nordamerika gereicht.  


Wie lautet dein Lebensmotto?

Hungrig bleiben nach mehr - entdecken, neugierig sein, sich treu bleiben und vor allem zu sich selber ehrlich sein!


Gibt es noch etwas, was du anderen Alumni mitteilen möchtest?
Ich hoffe wir können das Netzwerk der BFH Alumni noch weiter stärken. Es gibt noch viele Punkte, über welche es sich lohnt auch branchenübergreifend auszutauschen. Komplexe Probleme bedürfen neuer Lösungen. Wir als gut ausgebildete Fachleute haben das Rüstzeug neue gesellschaftliche Herausforderungen zusammen zu lösen!

efqm
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alumni bfh