Porträt Laura Vogt

Porträt Laura Vogt

Bachelor of Arts in Literarischem Schreiben, 2015

 

Laura schreibt an ihrem zweiten Roman - und arbeitet als Schriftdolmetscherin.

www.lauravogt.ch

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Was hast du aus dem Studium an der BFH mitgenommen?

Vor allem habe ich gelernt, mich kritisch mit meinem eigenen Text auseinanderzusetzen: Immer wieder zu überprüfen, zu überarbeiten, wegzulegen, zurückzukehren. Den Text von innen, von aussen zu betrachten. Und: Mit dem Hadern zurechtzukommen. Kritik anzunehmen, und zu verwerfen.

 

Was hat dir rückblickend während deiner Studienzeit an der BFH gefehlt?

Einen fixen Arbeitsplatz. Ansonsten Kleinigkeiten (Z.B: "Wie schreibe ich ein Exposé?"). Mein Fokus war aber definitiv auf dem Mentorat - dort habe ich sehr wichtige Dinge gelernt.

 

Welchen Rat gibst du künftigen und aktuell Studierenden mit auf den Weg?

Profitier vom Studentenrabatt, so lange du noch kannst.

Sag laut, was gesagt werden muss.

Versteif dich nicht auf das, was du nicht kannst.

Leg deine Arbeit erst auf die Seite, wenn sie dich selbst langweilt.

 

War das Schreiben schon immer dein Ziel? Und ist "Schriftstellerin" dein Traumberuf?

Ich wollte schon als kleines Kind Schriftstellerin werden, aber die Ratio flüsterte mir ein: Damit verdienst du kein Geld. Ich machte Umwege, wollte zuerst Journalistin werden, dann Sozialarbeiterin, dann begann ich mit dem Kulturwissenschaften-Studium an der Uni - um schliesslich wieder beim Schreiben zu landen. Damit verdiene ich Geld, aber nicht so viel, um davon zu leben. Mein Traum: Mich irgendwann ganz aufs Schreiben konzentrieren zu können. Mein Beruf: Der Ratio auf den Deckel geben.

 

Du hast deinen ersten Roman veröffentlicht und einen Sohn geboren. Inwiefern hat sich dein Leben im letzten Jahr verändert?

Es hat sich nichts verändert im Bezug auf meine Lust aufs Schreiben, und darüber bin ich sehr froh. Leider fehlt mir aber manchmal - bedingt durch die neue Situation als Kleinfamilie - das kontinuierliche Arbeiten. Was gut tut: Zu wissen, dass ich das "kann", einen Roman schreiben meine ich. Daran denke ich, wenn es manchmal weniger gut läuft. Ein kleines Kind haben und gleichzeitig Raum finden fürs Schreiben, das ist Fluch und Segen, es geht Hand in Hand und widerspricht sich gleichzeitig enorm: Meine Zeit fürs Schreiben ist begrenzter nun, aber ich schätze sie mehr. Mein Sohn gibt mir neue Impulse fürs Schreiben, und er durchkreuzt meine Pläne immer und immer wieder. Es zwingt mich dazu, dynamisch zu bleiben - so wie auch mein Text. Ich habe also eigentlich zwei Kinder: Das Schreiben und meinen Sohn.

 

Was hast du zukünftig noch für Ziele in deinem Leben?

Meine Ziele sind nicht so konkret. Ich möchte weiter schreiben. Mich treiben lassen. Immer wieder ankommen, und immer wieder fortfahren.

 

Was ist für dich der Mehrwert eines Alumni-Netzwerkes?

Ehrlich gesagt habe ich noch nicht so viele Erfahrungen damit gemacht.

 

Was machst du in deiner Freizeit?

Wandern, Spazieren, Kaffee trinken mit Freunden, Baden, Lauschen, Essen und so.

 

Wo fährst du am liebsten in die Ferien?

Nach Griechenland. In die Berge. An warme Orte. In die Ruhe. Manchmal in den Trubel. Nach Biel!

 

Wie lautet dein Lebensmotto?

Habe ich keines. Aber was schön ist:

 

was brauchst du

 

was brauchst du? einen Baum ein Haus zu

ermessen wie groß wie klein das Leben als Mensch

wie groß wie klein wenn du aufblickst zur Krone

dich verlierst in grüner üppiger Schönheit

wie groß wie klein bedenkst du wie kurz

dein Leben vergleichst du es mit dem Leben der Bäume

du brauchst einen Baum du brauchst ein Haus

keines für dich allein nur einen Winkel ein Dach

zu sitzen zu denken zu schlafen zu träumen

zu schreiben zu schweigen zu sehen den Freund

die Gestirne das Gras die Blume den Himmel

(Friederike Mayröcker)

 

Gibt es noch etwas, was du anderen Alumni mitteilen möchtest?

Siehe vorherige Frage

efqm
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